500 IBM-Mitarbeiter sollen zu Bechtle wechseln: Bechtle-/IBM-Betriebsübergang verzögert sich

Der Wechsel von rund 500 IBM-Mitarbeitern zur Bechtle Onsite Services droht ins Stocken zu geraten. Verdi pocht auf geltenden Tarifverträge und Details zum Betriebsübergang.

Bechtle-CEO Thomas Olemeotz muss noch viel Überzeugungsarbeit leisten, wenn der Betriebsübergang von rund 500 IBM-Mitarbeitern klappen soll

Der seit Jahresende 2017 geplante Deal zwischen IBM und dem Systemhaus Bechtle zieht sich länger hin als geplant. Beide Unternehmen sind übereingekommen, dass rund 500 IBM-Mitarbeiter bei der IT-Dienstleistungssparte GTS Infrastructure Delivery zum Neckarsulmer Systemhaus wechseln sollen. Einen solchen Betriebsübergang hatte es zwischen Hersteller und Systemhaus in der Vergangenheit immer wieder gegeben. In dieser jetzt geplanten Dimension aber noch nicht.

Im Juli hatte die Verdi-Tarifkommission über den aktuellen Betriebsübergang beraten und von der Bechtle Onsite Services GmbH den Abschluss eines dynamischen Anerkennungstarifvertrages auf die zwischen Verdi und der IBM D B&TS GmbH geltenden Tarifverträge gefordert. Solang Bechtle keine Details nenne, könne Verdi keine Empfehlung aussprechen, ob die rund 500 betroffenen IBM-Mitarbeiter den Betriebsübergang zu Bechtle mitmachen sollen. »Das hängt nun von den weiteren Entwicklungen ab«, heißt es von Seiten der Gewerkschaft.

Bevor sich Verdi zur aktuellen Betriebsüberlassung positioniert, will Verhandlungsleiter Bert Stach Tarifverträge will mit der Bechtle Onsite Services GmbH schließen und sich um einen Gesprächstermin mit den Neckarsulmern bemühen. Nach Verdi vorliegenden Informationen werde sich der Übergang bis 2019 verzögern.

Bechtle-CEO Thomas Olemotz beteuerte in Anspielung auf bereits in der Vergangenheit durchgeführte Betriebsüberlassungen, dass Bechtle »definitiv keine Entsorgungsstation« von Hersteller-Partner IBM sei.

Betriebsüberlassungen, wo IT-Service-Personal eines Herstellers zu größeren Systemhäusern wechseln, gab es nicht nur bei Bechtle. So wuchs in den vergangenen Jahren auch die Datagroup aus Pliezhausen bei Stuttgart, weil sie Dienstleistungspersonal vor allem von Hewlett Packard übernommen hatte.