Bis zu 5.600 Jobs gefährdet: T-Systems und Betriebsrat einigen sich auf Stellenabbau

Bis Ende 2020 wird T-Systems vorerst rund 3.800 Stellen streichen. Doch das könnte erst der Anfang sein.

T-Systems-Chef Adel Al-Saleh ist angetreten, den IT-Dienstleister der Telekom wieder profitabel zu machen
(Foto: T-Systems)

Im Monate langen Streit mit den Arbeitsgebervertretern um Stellenstreichungen erzielte T-Systems einen vorläufigen Kompromiss. Laut Handelsblatt habe sich die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat auf einen Stufenplan geeinigt, der die Streichung von bis zu 5.600 Jobs vorsieht. Bis Ende 2020 sollen demnach rund 3.800 Stellen abgebaut werden. Schafft es T-Systems bis dahin nicht, sie wirtschaftliche Lage zu verbessern, sei im Jahr 2021 nochmals ein Abbau von 1.200 Arbeitsplätzen vorgesehen.

Ursprünglich hatte der Chef an der Spitze des IT-Dienstleisters der Telekom, Adel Al-Saleh, die Streichung von 10.000 der insgesamt 37.000 Stellen angekündigt. 6.000 davon sollten in Deutschland abgebaut werden.

Im aktuellen Tarifkonflikt zwischen T-Systems und Verdi ist am Dienstag vergangener Woche in Hannover die fünfte Verhandlungsrunde für die deutschlandweit rund 11.000 tarifgebunden Beschäftigten ohne Ergebnis beendet worden. »Das leicht verbesserte Angebot des Arbeitgebers ist für uns nicht annehmbar«, sagte Verhandlungsführer Michael Jäkel.

Zwölf Leermonate und eine ab 2019 folgende Entgelterhöhung von zwei Prozent würden für die Beschäftigten deutliche Reallohnverluste bedeuten. Der angebotene Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen sei wertlos, da er an nicht erfüllbare Bedingungen geknüpft sei, teilte Verdi mit.

Seit Anfang April sind die Fronten zwischen T-Systems und Verdi verhärtet. Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Lohn und eine Laufzeit von zwölf Monaten. Ein Termin für die sechste Verhandlungsrunde ist noch nicht gefunden, es drohen demnach weitere Warnstreiks.