AV-Anbieter auf IT-Kurs: Barcos neue Kleider

Vom AV-Unternehmen mit hoher Entwicklerkompetenz will sich Barco zum Fullservice-IT-Unternehmen entwickeln. Von der Produktentwicklung bis zu den Softwarelösungen sticht dabei die partnerfokussierte Channel-Strategie heraus.

The Circle (Foto: Barco)

Wer sich weiterentwickeln möchte, muss wissen wo er herkommt – eine Lebensweise, der man bei Barco erstaunlich oft begegnet. Da wird liebevoll über das erste Röhrenradio im Experience Center gestrichen, Anekdoten aus der Unternehmsgeschichte erzählt und Produkte entwickelt, die von der Ingenieursfähigkeit bei der Entwicklung von Visualisierungstechnik zeugen. Nostalgisch wollen sie dabei keineswegs sein. Vom Hersteller von Radio- und Fernsehegeräten hat sich Barco mittlerweile zum globalen Anbieter von AV-, Netzwerk- und Collaboration-Lösungen weiterentwickelt und die Stoßrichtung ist ehrgeizig: »Wir wollen vom AV-Anbieter zum IT-Unternehmen werden«, erklärt George Stromeyer. Dass die Konzernspitze Stromeyer vor zweieinhalb Jahren zum Vicepresident der Enterprise Division berufen hat, hat seine Gründe. Zuvor hatte er bei Cisco bereits erfolgreich die Transformation vom Hardware-Anbieter zum Hardware-, Software- und Service-Unternehmen durchgeführt.

George Stromeyer, VP Enterprise Division (Foto: Barco)

Und nicht zuletzt brauche eine ehemalige belgisch-amerikanische Radiocompany natürlich auch einen Amerikaner an der Spitze, erklärt Stromeyer lachend. Er selbst sehe in Barco ein Unternehmen mit großer technologischer Tiefe, einer sehr starken Marke und dem Willen zur Innovation. Doch ingenieursstarke Unternehmen hätten immer auch die Tendenz, Produkte mit sehr vielen Funktionen zu versehen, weil das nunmal die Kernkompetenz von Ingenieuren sei. Die Mission sei deshalb, Produkte zu entwickeln, die das Engagement fördern, macht Stromeyer deutlich. »Produkte die einfach und intuitiv sind, gewinnen immer. Der Device »Clickshare« ist erfolgreich, weil sich jeder Teilnehmer einfach einen Button nehmen und seine Ideen teilen kann – quasi eine Demokratisierung in mittlerweile mehr als 420.000 Besprechungsräumen.«

Ein derart neues Arbeitserlebnis durch technische Lösungen zu ermöglichen, steht auf der Barco-Agenda und es wird auch bei der Namensgebung sichtbar: »ClickShare«, »UniSee« oder »Overture« klingen nicht mehr wie klassische AV-Produkte, sondern sollen Emotionen wecken. Auch die neue Konzernzentrale hat einen klangvollen Namen, »The Circle«, ein Gebäude, das die Zusammenarbeit und Kommunikation der Mitarbeiter ins Zentrum rückt und die »Kreativität und den Austausch im Team wirklich belebt« wie Nicolas Viane, Director Customer Experience und Product Management, erklärt. Und im Gegensatz zu anderen Unternehmen ist das Experience Center Teil des Unternehmscampus, es wird sogar darin gearbeitet und jede Entwicklung muss sich im unternehmensinternen Workflow beweisen.