Apple Pay bald auch in Deutschland: Bargeld bleibt

Die Kunden haben immer mehr Möglichkeiten, an der Kasse zu bezahlen. Nun kommt noch Apple Pay hinzu, doch die Skepsis der Deutschen gegenüber dem Bezahlen per Smartphone bleibt.

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Die Einkäufe im Supermarkt, die Brötchen beim Bäcker oder die Rechnung im Restaurant: Die Menschen in Deutschland haben immer häufiger die Möglichkeit, in solchen Alltagssituationen mit dem Smartphone zu zahlen. Jedoch tun sie sich mit dem Zahlen per Smartphone schwer: Eine Bundesbank-Umfrage ergab im vergangenen Jahr, dass nur sieben Prozent der Verbraucher schon einmal mit dem Handy bezahlt haben. In Schweden nehmen bereits viele Geschäfte keine Münzen und Scheine mehr an, doch in Deutschland überwiegen Sicherheitsbedenken, da man mit jedem digitalen Bezahlvorgang eine Menge Daten von sich Preis gibt. Schon Fjodor Dostojewski wusste: Geld ist geprägte Freiheit. Bargeldverkehr ist weitestgehend nicht überwachbar, was totalitären Staaten ein Dorn im Auge ist.

Doch obwohl Deutschland Bargeld-affin bleibt, nimmt die Zahl der alternativen digitalen Bezahlmöglichkeiten stetig zu. Apple ist in diesem Fall Nachzügler statt Vorreiter. Ende Juni ging Google Pay an den Start, Ende Juli die Sparkassen mit ihrem kontaktlosen Bezahlverfahren. Noch im August will ein Großteil der Volks- und Raiffeisenbanken ihren Kunden das mobile Bezahlen per Smartphone ermöglichen. Entscheidend für die zögerliche Haltung Apples waren aber weniger der Kunde oder der Handel, sondern die Banken. Apple braucht für seinen Dienst Partner, doch die Banken zögerten. Sie waren lange Zeit nicht bereit, Apple etwas zu bezahlen. Von 0,15 Prozent jedes Kartenumsatzes war die Rede. Angesichts der ohnehin bei 0,3 Prozent gedeckelten Kreditkartengebühren, die der Handel mit jeder Transaktion an die Banken zahlt, bleibt für die Institute nicht viel übrig. Zudem zahlen die Banken pro Quartal für jeden Kunden, der in Apples digitaler Geldbörse eine Karte hinterlegt hat. Google Pay hat ein anderes Geschäftsmodell und will von den Banken keinen Cent, dafür aber die Einkaufsdaten der Kunden.

Zu den Banken, die ab September bei Apple Pay mitmachen, zählt die Deutsche Bank, die Hypovereinsbank, Santander sowie die Direktbank N26. Noch offen ist eine Beteiligung der Commerzbank und der Sparkassen, vorerst nicht dabei sind ING Diba und die Volks- und Raiffeisenbanken. Ob der vielen Bezahlmöglichkeiten bleibt eine Konstante: das Bargeld.