Behörden werden auf Windows migriert: Niedersachsen verabschiedet sich von Linux

Das einstige Linux-Vorzeigeprojekt in Niedersachsen steht vor seinem endgültigen Aus. Die Landesregierung hat beschlossen, den Wechsel zu Windows zügig umzusetzen und entsprechende Migrationsprojekte angestoßen.

Mit dem Abschied Niedersachsens von Linux verliert die Open-Source-Gemeinde ein viel beachtetes Vorzeigeprojekt
(Foto: GraphicsRF - Fotolia)

Die große Koalition in Niedersachsen macht Ernst mit dem im Koalitionsvertrag aus dem vergangenen Jahr angekündigten Abschied von Linux als Standard-Betriebssystem und will alle Behörden möglichst schnell wieder auf Windows-Systeme migrieren. Als offizielle Begründung für den Abschied wird eine Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur mit besseren Schnittstellen zu anderen Ländern und Bundesbehörden genannt. Auch in Niedersachsen selbst waren in den letzten Jahren mehrere Behörden wie die Landespolizei bereits wieder zurück zu Windows gewechselt.

Mit der schnellen Durchführung will man sich darüber hinaus Investitionen in die bestehende Linux-Infrastruktur sowie Schulungen der Mitarbeiter auf Nachfolgelösungen sparen, die nötig wären, weil die aktuell genutzte openSuse-Distribution nicht mehr unterstützt wird. Als erstes großes Projekt steht dabei jetzt die Steuerverwaltung auf dem Plan, deren fast 14.000 Clients mit einem wahren Mammut-Rollout wohl mit Windows 10 ausgestattet werden sollen. Anschließend sollen dann die letzten noch mit Linux verbleibenden kleineren Behörden folgen.

Allerdings gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die Planung der notwendigen umfangreichen Maßnahmen für den Umzug mindestens bis Ende des Jahres brauchen wird. Insgesamt wird das Projekt nach ersten Schätzungen alleine für die Migrationsmaßnahmen einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag verschlingen.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von K. S. , 14:28 Uhr

Es geht doch nix über eine gute Lobby - Arbeit, alles auf Kosten des Steuerzahlers und der inneren Sicherheit.