VMwares IoT-Strategie: »Das können wir schon lange«

Mit der Expertise für Data Center und Infrastruktur liegt es für VMware nahe, dieses Wissen in den Bereich IoT zu übertragen und dort neue Lösungen zu entwickeln.

Matthias Schorer, Lead Business Development Manager IoT, VMware
(Foto: VMware)

Das Internet of Things zwingt zu neuen IT-Ansätzen. Um eingehende Daten von Millionen oder gar Milliarden IoT-Endpunkten zu verarbeiten, wird eine effektive Edge-Infrastruktur benötigt. Bis 2022 werden laut Analysten bis zu 75 Prozent der von Unternehmen generierten Daten außerhalb des traditionellen, zentralisierten Rechenzentrums oder der Cloud erstellt und verarbeitet. Lokale Analysen versprechen schnellere Antwortzeiten, reduzierte Speicherkosten und eine optimale Nutzung der Bandbreite. Gleichzeitig werden Datenschutz- und Compliance-Anforderungen erfüllt.

Im Gespräch mit CRN erklärt Matthias Schorer, Lead Business Development Manager IoT, was VMware in Sachen IoT im Köcher hat: »Wir machen schon seit 20 Jahren Server-Virtualisierung und Monitoring und Management. Dann haben unsere Kunden vor einigen Jahren angefangen, sich dem Thema Enterprise Mobility zu widmen. Auch da machen wir zum Beispiel über Airwatch das Management von den Geräten. Und jetzt kommt IoT.« Das Wissen, das VMware aufgebaut habe, sei aber nie hier gelandet. »In diesem Bereich sehen Sie die haarsträubendsten Dinge, was das Thema Management und Monitoring angeht, nämlich meistens gar keins.« Das Unternehmen will seine Erfahrungen nun verstärkt in den IoT-Bereich bringen. Das Produkt nennt sich »Pulse IoT Center« und basiert auf Technologien, die VMware fürs Rechenzentrum und Mobile entwickelt hat, angepasst an IoT – für das Management von all diesen Dingen, wo niemand sitzt und auf den Knopf drücken kann. »Das Thema Sicherheit decken wir auch ab. Alles was zwischen diesen Devices und dem Rechenzentrum passiert, ist verschlüsselt«, erläutert Schorer. »Wir haben dazwischen ein Gateway, darauf installieren wir einen Agenten, der heißt Liota, das steht für Little IoT Agent.« Im Rechenzentrum laufe Pulse IoT Center und liefere automatisierte Trendanalysen. »Die Daten landen in einer Datenbank, wo wir sie einen Monat lang aufheben.« Der zweite wichtige Teil ist das Thema Over-the-Air-Updates. »Das machen wir über Technologie mit Grundelemente aus Airwatch – Updates, Lifecycle-Management, Ausbringungsregeln.«

Schorer erwartet in den kommenden Jahren eine Datenflut: »Kunden etwa im Automotive Bereich haben das noch gar nicht auf dem Radar.« Prognosen gehen von 280 Millionen Connected Cars bis 2021 aus. »Ein Connected Car produziert 1 GByte Daten pro Sekunde.« Das könne natürlich nicht alles ins Rechenzentrum übertragen werden. Stattdessen sei ein Vorprozessing im Auto über Edge Computing notwendig. »Tesla aggregiert die Daten und schickt nur einen Bruchteil ins Rechenzentrum, macht dort Deep Learning und schickt angepasste Algorithmen zurück.«

Eine weitere Datenwelle ist von Smart Cities zu erwarten, auch wenn in diesem Bereich etwas Ernüchterung eingetreten ist. »Das ist alles gar nicht so einfach«, weiß Schorer. »Es gibt im Kleinen Ansätze, die schon funktionieren, wie zum Beispiel Smart Parking. Sie können über Parksensoren die Parkplatzsituation in einer Stadt erfassen. Da sind Themen wie Narrow Band IoT und LoRa-WAN ganz wichtig, also Funkstandards, die genügend Datenmengen übertragen können und gleichzeitig die Batterie schonen.

Gefragt, was die nächsten Schritte sind, die VMware beim Thema IoT gehen will, antwortet Schorer: »Wir fokussieren uns aktuell auf die Skalierfähigkeit der Systeme und das Thema automatische Aktionen.« Letzteres bedeute, dass man bei einem Sensor oder Gateway bestimmte Einstellungen definieren könne, die automatisiert etwas auslösen – zum Beispiel ein Software-Update. Denn je mehr Geräte in einem IoT-System vorhanden seien, umso schwieriger werde es für den Menschen, den Überblick zu behalten und Dinge manuell zu tun. »Das Pulse IoT Center analysiert zum Beispiel, ob ein Sensor zuverlässige Daten liefert oder eine Batterie die richtige Spannung hat. Für die weitere, langfristige Analyse der Daten gibt es andere Lösungen. Die Informationen der Devices landen aber alle auf unserer Plattform und können dann über APIs an andere Systeme weitergegeben werden.