Rück- und Ausblick auf die CEBIT: »Es könnte ja doch wieder was werden mit uns«

Jedes Jahr ist CEBIT für Andreas Raum und das schon seit den 90er Jahren. Der ehemalige CRN-Chefredakteur entdeckt die Liebe auf den ersten Blick zu dieser Messe. Anfangs noch leidenschaftlich, später zeigt die Liaison aber – wie im richtigen Leben – Brüche. Ein persönlicher Rückblick.

»Wir würden Monate brauchen und tausende Kilometer durch die Republik reisen müssen, gäbe es die CEBIT nicht. Aber: „Meine CEBIT“ ist sie nicht mehr. Andreas Raum
(Foto: CRN)

Wie emotional meine Beziehung zur CEBIT tatsächlich ist, habe ich erst letztes Jahr so richtig wahrgenommen. Die Halle 13 leer zu sehen (Exponat: selbstfahrender Bus), hat mir bereits am Aufbautag vor dem Messestart einen Stich versetzt.

Rückblick. Unsere Beziehung Anfang der 90er Jahre beginnt stürmisch, leidenschaftlich. Keine Ahnung, was Messe und was CEBIT bedeuten, ich bin als Volontär einer ominösen Computerzeitschrift namens »Computer Persönlich« (das zweitälteste Computermagazin nach der Chip) angereist, zuständig für das Ressort Hardware mit einer Liste wichtiger Unternehmen und einem (viel zu kleinen) Stapel Visitenkarten. In Hannover angekommen, lande ich bei einem älteren Ehepaar in Anderten. Das Bett viel zu kurz, die Bravoposter schließen auf Kinder in mindestens meinem Alter.

Dass die Messe etwas Besonderes sein muss, ist schon im Stau bei der Anfahrt klar: Riesige Parkplätze, in die alle Zufahrtsstraßen mündeten, kilometerweiter Fußweg in Besucherkolonnen über aufgeweichte Wiesen zum Messegelände. Am ersten Tag notieren wir uns den genauen Parkplatz nicht. Am zweiten Tag schon.

In den Hallen sind nicht nur alle Hersteller, die auf meinem Zettel stehen, sondern überhaupt alle IT-Hersteller. Sensationell! Weil ich keine Ahnung habe, wie die CEBIT läuft, vereinbare ich keine Termine im Vorfeld. Brav klappere ich also alle Stände ab. Die CeBIT bringt mich sicher zu allen Ansprechpartnern. Ich erinnere mich noch heute lebhaft an einen reichlich wirren Termin mit Marion Müller am Kyocera-Stand. Wirr bin ich, Marion dagegen ist großartig, der Termin am Ende ein Erfolg.

Über die Jahre stellt mir die CEBIT viele interessante Menschen und Unternehmen aus unserer Branche vor. Sie nimmt mich mit auf tolle Partys. Sie fädelt interessante Geschäfte ein, bietet mir eine großartige Bühne. Und sie serviert mir jede Menge Nachrichten, Neuigkeiten sowie Klatsch und Tratsch, damit ich meine Leser zu jeder Zeit nützlich informieren und gut unterhalten kann.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Ulrich Lissner , 16:04 Uhr

Lieber Andreas,

ein wirklich toller Beitrag, den ich absolut unterschreibe. Bei meiner ersten CeBIT stand ich als PR-Agent mit unserem Kunden miro auf der anderen Seite und war von den Journalisten fasziniert. Wie sagst Du so schön "Opa erzählt vom Krieg" - wie treffend.

Freunde werden die CeBIT und ich aber nicht bleiben…..Schade eigentlich…