Domäne der Großunternehmen: Der Mittelstand hat kaum Kontakt zu Startups

Die Zusammenarbeit mit jungen Unternehmensgründern kann frischen Wind in alteingesessene Unternehmen bringen. Von dieser Möglichkeit machen allerdings vor allem Großunternehmen Gebrauch. Mittelständler haben kaum Kontakt zu Startups.

Kleine Unternehmen besonders zögerlich

Rund jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) kooperiert lose mit Startups, etwa durch Zusammenarbeit bei Gründerwettbewerben. Jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) gibt an, mit Startups gemeinsam Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln. Bei den kleineren Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern beträgt der Anteil allerdings nur 6 Prozent, im Mittelstand mit 50 bis 499 Mitarbeitern sind es 11 Prozent und bei größeren Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sogar 22 Prozent. Und nur 9 Prozent der Unternehmen sind finanziell an Startups beteiligt – und auch hier zeigt sich je nach Größe ein eklatanter Unterschied. Während nur 6 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern Startup-Beteiligungen halten, sind es im Mittelstand mit 50 bis 499 Mitarbeitern bereits 19 Prozent und bei den großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sogar rund jedes zweite (48 Prozent). Berg empfiehlt: »Gerade kleinere Unternehmen sollten den Versuch wagen, Kooperationen mit Startups einzugehen. Es gibt inzwischen fast überall in Deutschland entsprechende Orte und Gelegenheiten der Vernetzung und nicht zuletzt die Digital-Hub-Initiative der Bundesregierung.«

Die große Mehrheit der Startups arbeitet bereits mit etablierten Unternehmen zusammen, wie eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 300 Startup-Gründern zeigt. So geben 3 von 5 (60 Prozent) Gründern an, dass gemeinsam Produkte oder Dienstleistungen entwickelt werden, 2 von 5 (43 Prozent) arbeiten auf andere Art, etwa bei Gründerwettbewerben lose mit etablierten Unternehmen zusammen. Und immerhin sind an jedem fünften Startup (21 Prozent) etablierte Unternehmen finanziell beteiligt. Nur 14 Prozent sagen, dass es gar keine Zusammenarbeit gibt – und 4 Prozent wollten oder konnten dazu keine Angaben machen.

Startups, die nicht mit etablierten Unternehmen zusammenarbeiten begründen dies am häufigsten damit, dass sie unabhängig bleiben wollen (48 Prozent). Rund jedes Dritte (36 Prozent) sieht in einer Kooperation keinen Mehrwert, rund jedes Vierte (29 Prozent) hat kein konkretes Projekt, bei dem sich eine Zusammenarbeit anbietet. Rund jeder fünfte Gründer (21 Prozent) gibt allerdings auch an, dass etablierte Unternehmen kein Interesse an einer Zusammenarbeit hätten, 17 Prozent sagen, dass sie keinerlei Kontakt zu ihnen hätten. Und 14 Prozent der Gründer verweisen darauf, dass sie keine Zeit für solche Kooperationen hätten, 7 Prozent fehlt es an den notwendigen finanziellen Mitteln.

Übersicht