TV-Hersteller wieder auf Wachstumskurs: Metz erfindet sich neu

Sie schrauben, designen und programmieren immer noch selbst. Metz, einer der ältesten deutschen TV-Hersteller, hat sich trotz des Einstiegs chinesischer Investoren viel vom Markenkern und der Qualität »Made in Germany« bewahrt.

Bei Metz wird noch geschraubt (Foto: Metz)

Mit 80 Jahren zählt Metz zu den Urgesteinen unter den TV-Herstellern und wer an den Produktionshallen vorbei zum Firmengelände fährt, dürfte die Eigenheiten vergangener Jahre noch erahnen. Doch im Inneren wurde der Konzern nach der Insolvenz 2014 auf links gedreht und ist sich doch erstaunlich treu geblieben. Grundlos sei das Insolvenzverfahren natürlich nicht gewesen, macht auch Norbert Kotzbauer, CEO von Metz Consumer Electronics, deutlich. Ein Problem sei die zu tiefe Produktionsstruktur gewesen und der Anspruch, »alles alleine machen zu wollen«. So habe man als
kleines mittelständisches Unternehmen der Dynamik in diesem »Haifischbecken der Industrie« irgendwann einfach nicht mehr standhalten können. Zumal es im hochpreisigen TV-Bereich auf neueste Panel-Technik ankomme und Metz nur vergleichsweise geringe Mengen abnehmen konnte. Schnell war dem Insolvenzverwalter klar, dass die drei bisherigen Unternehmensbereiche Kunststofffertigung, Blitz-Geräte und Fernseher nur geringe Synergieeffekte aufwiesen und es deshalb zu Aufsplittung des Unternehmens kommen würde. Bei der TV-Sparte stieg schließlich der chinesische Elektronikkonzern Skyworth ein, der heute mit 38.000 Beschäftigten, 16 Millionen produzierten Fernsehgeräten und einem Gesamtumsatz von über vier Milliarden Dollar weltweit zu den Top-5 der TV-Herstellern zählt. Skyworth war damals auf der Suche nach einem Brückenkopf in Europa und fand mit Metz einen erfahrenen Partner, der die Eigenheiten europäischer Märkte kannte.