Acmeo-Chef Henning Meyer im CRN-Interview: »Der Kleber, der alle Systemhaus-Systeme zusammenhält«

Automation für mehr Effizienz hebt Managed Service auf den »Next Level«, beobachtet Henning Meyer. Er rät: Raus aus dem Hamsterrad und am besten noch heute an der Systemhaus-Zukunft arbeiten.

Treffen Sie Henning Meyer bei der CRN Channel Konferenz am 19./20.September 2018 in Fürstenfeldbruck bei München. Mehr Infos und Anmeldung: www.channel-konferenz.de
(Foto: CRN)

CRN: Sie tragen auf der CEBIT noch Krawatte, Herr Meyer?

Henning Meyer: Ich bin ein Fan der CEBIT, der Business-CEBIT und will trotz des Festival-Charakters mit meiner Krawatte sagen: Hey, hier läuft auch Business und das haben die Tage bis Messe-Donnerstag auch gezeigt.

CRN: Wir hören viel über IoT oder Blockchain. Ist das für Systemhäuser schon ein Thema?

Meyer: Blockchain noch nicht, IoT schon. Und zwar im Zusammenhang mit IT-Security. Systemhäuser beschäftigen sich ja klassisch mit Applikationen und fragen sich, wie bekomme ich alle die vernetzten Maschinen sicher. Da merken wir Nachfrage.

CRN: Ein großes Thema ist Künstliche Intelligenz. Auch schon bei Ihren Kunden aus der mittelständischen Systemhausbranche?

Meyer: Ja, wir stellen eine Relevanz für KI bei der Automatisierung von Standardprozessen fest. Zum Beispiel einen neuen User anlegen. Das funktioniert immer nach gleichen Mustern und bei solchen Prozessen, die repetitiven Charakter haben, kommt der Analyse von Daten aus verschiedenen Systemen eine wichtige Rolle zu. Elemente von KI helfen dabei, solche Aufgaben zu identifizieren und schließlich zu automatisieren. Wir haben da zusammen mit einem Systemhaus einen spannenden Testpiloten aufgesetzt. Da wird noch einiges kommen, aber wir sind erst am Anfang.

CRN: In welcher Phase stehen Ihre Systemhauskunden heute auf ihrem Weg in die Cloud?

Meyer: Es gibt kaum ein Systemhaus, das keinen Managed Service anbietet. Das Wort wird aber inflationär gebraucht und daher muss man genau schauen, über was wir reden. Lassen Sie mich das als Outsourcing, also Teilbetriebsübergang beschreiben: Viele Systemhäuser haben ihre Kunden in solche Verträge genommen. Nun gilt es, sie profitabler zu machen und die Tools auf noch mehr Effizienz zu kalibrieren. Das nenne ich dann Next Level Managed Services.

CRN: Sich mit Prozessoptimierung zu beschäftigen, kostet sehr viel Zeit. Die Systemhäuser arbeiten lieber Projekte ab, die Pipelines sind voll, hören wir. Warum also sich mit strategischen Fragen befassen, wie mehr Profitabilität durch höhere Effizienz bestehender Systeme?

Meyer: Das höre ich auch jeden Tag. Die Konjunktur ist schon so lange Zeit auf einem hohen Niveau, dass sich Systemhäuser im Hamsterrad – im positiven Sinne, meine ich – drehen. Da verliert man leicht den Fokus, sich fit für die Zukunft zu machen.

CRN: Welchen Fokus meinen Sie?

Meyer: Die vielen kleinen Details, die das Leben im Systemhaus einfacher machen und Zeit einsparen. Da sind wir tiefer eingestiegen und machen uns Gedanken darüber.

CRN: Beispiel?

Meyer: Wir haben eine neu Lösung ins Portfolio genommen: IT Glue. Dieser »Kleber« bündelt relevante Daten aller Systeme in einem Dashbord. Diese automatische Dokumentation spart enorm viel Prozessaufwand. Die Lösung wurde von einem kanadischen MSP für den Eigengebrauch programmiert und später als Lösung vermarktet. Ich habe ein schlagendes Systemhausherz für solche relevanten und nutzbaren Lösungen. ERP-Hersteller wie Neumeier oder ­Ticketsysteme von Visoma oder Docbee sind auch so entstanden. Wir werden in dieser Richtig viel Neues auf unserer Partnerkonferenz ab 29. August in Fulda zeigen.

CRN: Wo sehen Sie derzeit die meiste Nachfrage?

Meyer: Backup war und ist auch aktuell ein heißes, fast schon Standard-Thema. Patch-Management und Security sind weiter stark gefragt, ebenso Telefonie wegen der ISDN-Abschaltung.

Veranstalltungstipp für Systemhäuser und MSPs

Treffen Sie Henning Meyer bei der CRN Channel Konferenz am 19./20.September 2018 in Fürstenfeldbruck bei München. Mehr Infos und Anmeldung: www.channel-konferenz.de