Lars, but not Least: Friedhof der Krypto-Coins

Nicht nur der Bitcoin hat in den letzten Monaten enorm an Wert verloren, viele Kryptowährungen und ICOs sind sogar schon komplett untergegangen. Sie werden auf einer eigenen Internetseite gesammelt, die inzwischen fast 1.000 Einträge zählt.

(Foto: Vladimir - Fotolia)

Als die Kurse vieler Kryptowährungen vergangenen Herbst plötzlich gewaltig in die Höhe schossen, gerieten nicht nur ihre Fürsprecher in einen regelrechten Rausch. Markige Sätze wie »Der Bitcoin kann scheitern, aber der Euro wird scheitern« von Oliver Flaskämper, dem Chef der vom Boom ordentlich profitierenden Bitcoin-Handelsplattform Bitcoin.de, machten nicht nur auf dem ITK-Spitzentreffen der CRN die Runde und drückten - zumindest für gesunde Skeptiker - die ganze Hybris des Systems aus. Diese Verheißung auf schnelles Geld riss auch manch unvorsichtigen Privatanleger mit in die Tiefe. Denn wenige Monate später ist von all dem Glanz nicht mehr viel übrig. Der Bitcoin als einer der am weitesten verbreiteten und stabilsten Vertreter der vermeintlichen Währungen der Zukunft ist von mehr als 20.000 Euro wieder auf weniger als ein Drittel dieses Wertes abgestürzt. Wirklich verdient haben an seinem kurzfristigen Hoch nur einige wenige skrupellose Spekulanten.

Für viele andere Währungen die noch vor einem halben Jahr gerne als Geheimtipps gehandelt wurden, ging es sogar noch deutlich weiter bergab, sodass sie inzwischen getrost abgeschrieben werden können. Wie viele Kryptowährungen das tatsächlich sind, zeigt eindrücklich ein Blick auf die Webseite deadcoins.com. Als eine Art Friedhof der Krypto-Coins sammelt sie gescheiterte Vertreter dieser technologischen Spezies, die entweder schon offiziell begraben wurden, oder deren Wert nur mehr den Bruchteil eines Cents beträgt. Deren Zahl beläuft sich aktuell immerhin schon auf fast 850.

Besonders viele davon waren sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs), mit denen Startups und Firmen abseits der Börse Geld bei Investoren einsammeln. Wie beliebt und erfolgreich dieses Finanzierungsmodell trotz der vielen gescheiterten Vertreter noch immer ist, zeigt sich daran, dass im ersten Halbjahr des laufenden Jahres weltweit rund 12 Milliarden US-Dollar mit ICOs eingesammelt wurden. Auch davon wird wohl letztlich ein nicht geringer Anteil versanden und mit einem Eintrag unter den Dead Coins enden.

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