Studie des ifo-Instituts: Messen als Wirtschaftstreiber

Rund 28 Milliarden Euro Produktionseffekte generieren Messen jährlich in der deutschen Wirtschaft. Im Vergleich zu 2009 ist das ein Anstieg von 20 Prozent und erklärt die hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung.

Messen als Kommunikations- und Wirtschaftstreiber (Foto: Benq)

Die Zahlen sind deutlich: Aus den Produktionseffekten von 28 Milliarden Euro ergeben sich Beschäftigungseffekte von 231.000 Vollzeitarbeitsplätzen und 4,5 Milliarden Euro Steuereinnahmen für Bund, Ländern und Gemeinden. Messen haben damit eine erhebliche gesamtwirtschaftliche Bedeutung – neben ihrer Hauptfunktion, Angebot und Nachfrage einzelner Branchen zusammenzuführen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des ifo-Instituts im Auftrag des AUMA (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft).

Hauptquelle für die gesamtwirtschaftlichen Wirkungen sind Messeausgaben der in- und ausländischen Aussteller auf deutschen Messen; sie summieren sich zu 9,6 Milliarden Euro für ein durchschnittliches Messejahr. Größter Ausgabenblock ist der Standbau, einschließlich ergänzender Dienstleistungen mit einem Anteil von 30,3 Prozent. Es folgen die Standmiete inklusive Nebenkosten mit 21,2 Prozent, die Personalkosten mit 15,6 Prozent, Übernachtung und Verpflegung mit 13,5 Prozent und die Reisekosten mit 9,9 Prozent. Diese Struktur hat sich gegenüber der letzten Untersuchung kaum verändert.

Die Besucher deutscher Messen geben 4,7 Milliarden Euro in einem durchschnittlichen Messejahr aus. Größter Ausgabenblock für Messebesucher sind Übernachtungen (26,1 Prozent), danach folgen die Kosten für die An- und Abreise (21,6 Prozent) und für Gastronomie (21,5 Prozent). Die direkten messeinduzierten Ausgaben von Ausstellern und Besuchern summieren sich zu 14,5 Mrd. Euro einschließlich der Investitionen der Messeplätze, die im Durchschnitt gut 200 Millionen Euro ausmachten.

Die direkten Ausgaben von Ausstellern, Besuchern und Messeplätzen haben Folgewirkungen auf nahezu alle Sektoren der deutschen Volkswirtschaft. Weiter zu berücksichtigen sind die Einkommen, die aus diesen Wirkungen entstehen und zu einem erheblichen Teil wieder ausgegeben werden. So ergeben sich nach den Berechnungen des ifo-Instituts Produktionseffekte, die doppelt so hoch sind wie die direkten Ausgaben, insgesamt 28 Milliarden Euro.

Daraus resultiert ein Beschäftigungseffekt von 231.000 Vollzeitarbeitsplätzen. Über die Hälfte davon entfällt auf Dienstleistungen, aber auch die Bereiche Handel, Verkehr und das produzierende Gewerbe profitieren erheblich von der Durchführung von Messen in Deutschland.