Healthcare in Fernost: Merck und Alibaba Health kooperieren in China

Der chinesische Online-Riese Alibaba ist auch im Healthcare-Markt aktiv. Mit seiner Tochter arbeitet er nun mit dem deutschen Pharma-Konzern Merck zusammen.

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Das Pharma- und Chemieunternehmen Merck arbeitet mit dem chinesischen Internet-Riesen Alibaba zusammen, um digitale Gesundheitsdienste auf dem wichtigen Pharmamarkt in Fernost anzubieten. Der Dax-Konzern schloss eine strategische Zusammenarbeit mit Alibaba Health, einer Tochter des Online-Händlers für die Gesundheitsbranche, wie Merck am Mittwoch in Darmstadt mitteilte.

Konkret soll die Nachverfolgung von Arzneien verbessert werden. Patienten in China erhalten eine App von Alibaba Health, mit der sie alle Informationen zu Medikamenten bekommen - sowohl zur richtigen Einnahme gemäß Therapie als auch zur Herkunft der Mittel. Das soll etwa Produktfälschungen ausschließen. Online-Anwendungen könnten das Bewusstsein für Erkrankungen und die Gesundheitsversorgung von Patienten verbessern, sagte Rogier Janssens, Geschäftsführer des Biopharma-Geschäfts von Merck in China. Während Merck die Expertise bei Diabetes, Schilddrüsenstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bringe, liefere Alibaba Health die technologische Kompetenz in der Analyse von Daten, hieß es.

Die Volksrepublik ist für Merck ein wichtiger Markt. Indes leidet der Konzern in seinem Geschäft mit Flüssigkristallen etwa für Displays von Smartphones und Fernsehern unter dem Preisdruck chinesischer Konkurrenten. Merck stellt daher derzeit seine Spezialchemie-Sparte auf den Prüfstand. Am Mittwoch verkündete der Konzern zudem die Eröffnung eines Technologiezentrums für organische Leuchtdioden (Oled), die etwa in Bildschirmen verbaut werden. Der Schritt ist Teil der Merck-Strategie, näher an Kunden vor Ort zu rücken.