Milliarden-Übernahme: Microsoft schluckt Github

Github, die Plattform zur Veröffentlichung und Verwaltung von Open-Source-Softwareprojekten soll Microsoft Zugang zu Entwicklern jenseits von Windows eröffnen.

Der bisherige Github-CEO Chris Wanstrath, Microsoft-Chef Satya Nadella und der künftige Github-CEO Nat Friedman (v.l.)
(Foto: Microsoft)

Microsoft investiert in Open Source – vor einigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Das Unternehmen hat die Übernahme von Github bekanntgegeben. Das Code-Repository-Unternehmen wurde 2008 in San Francisco gegründet und ist inzwischen in seinem Spezialbereich der wichtigste Anbieter. Der Kaufpreis beträgt 7,5 Milliarden Dollar. Das Startup war zuletzt nach einer Finanzierungsrunde im Jahr 2015 mit zwei Milliarden Dollar bewertet worden.
Viele Unternehmen verwenden Github, um ihren Unternehmenscode zu speichern. Github hostet weltweit über 80 Millionen Repositories von rund 27 Millionen Entwicklern auf seiner Plattform. Im August gab das Unternehmen bekannt, dass es einen CEO sucht, der Chris Wanstrath, einen der Mitbegründer, ersetzt. In diese Lücke stößt Microsoft und bestimmt Mitgründer Nat Friedman zum künftigen CEO. Microsoft ist inzwischen einer der größten Beitragszahler bei Github. Da Microsoft-Chef Nadella das Unternehmen von der Abhängigkeit von Windows loslösen will, benötigt das Unternehmen neue Wege, um sich mit der breiteren Entwicklergemeinde zu verbinden.

Mit Github bekommt Microsoft Zugang zu unzähligen Entwicklern und holt sich potenzielle Konkurrenz durch Open Source an Bord. Google und andere Tech-Unternehmen wie IBM, SAP gehören ebenfalls zu den intensiven Nutzern von Github. Auch Apple wurde Interesse an einem Kauf nachgesagt. Microsofts Übernahme erfolgt nun just in der Woche von Apples Entwicklerkonferenz WWDC in San Jose.