Weitergabe von Nutzerdaten an chinesische Firmen: Facebook-Datenskandal geht in Runde 2

Facebook steht erneut wegen des Umgangs mit Nutzerdaten in der öffentlichen Kritik: Der Konzern soll diese Daten an Dutzende, auch von den USA als Risiko eingestufte, Unternehmen weitergegeben haben.

Facebook-Datenskandal (Foto: Brad Pict - Fotolia)

Wie die New York Times berichtete, hat Facebook offenbar jahrelang weltweit Nutzerprofil-Daten an Unternehmen weitergegeben. Darunter befinden sich auch chinesische Technologie-Konzerne, wie beispielsweise die Handyhersteller Huawei, OPPO oder TCL. So schreibt die NYT: »Facebook hat Datenaustausch-Vereinbarungen mit mindestens vier chinesischen Elektronikkonzernen geschlossen. Darunter befindet sich auch ein großer Hersteller (manufacturing giant), der sehr enge Verbindungen zur chinesischen Regierung unterhält.»

Der Zugriff auf die Daten der Facebook-Nutzer sei vertraglich geregelt gewesen, bestätigte Facebook. So hätten den Nutzern des Netzwerks ihre Kontodaten auch auf dem Handy zugänglich gemacht werden sollen. Die Weitergabe der Daten von Facebook-Freunden bestritt das Unternehmen jedoch. Zudem betonte Facebook, mehr als die Hälfte der Verträge bereits aufgekündigt zu haben. Auch die Zusammenarbeit mit Huawei solle noch in dieser Woche beendet werden. Gerade in den USA herrscht eine hohe Skepsis bezüglich der Weitergabe von Daten an Huawei, der mittlerweile vom US-Geheimdienst als nationale Bedrohung eingestuft wurde. Die USA befürchten, dass über dessen Technologie Spionage betrieben oder Cyberangriffe ausgeübt werden könnten.