Fraunhofer IESE auf der CEBIT: Digitale Ökosysteme

Digitale Systeme erfordern aufwendige Prüfverfahren. Das Fraunhofer IESE präsentiert auf der CEBIT eine Simulationsplattform, durch die komplexe Szenarien mit »digitalen Zwillingen« überprüft werden können.

Autonomes Fahren (Foto: fotohansel - Fotolia)

Digitale Ökosysteme entstehen derzeit in nahezu allen Arbeits- und Lebensbereichen, um Produkte und Prozesse zu verknüpfen. Eine zentrale Herausforderung ist dabei die Integration von Komponenten und Systemen. Diese Integration findet immer häufiger dynamisch und zur Laufzeit statt. Gerade Systeme, die sicherheitsrelevante Entscheidungen auch automatisiert treffen und von denen im Extremfall Menschenleben abhängen, müssen dann besonders abgesichert und getestet werden. Dazu zählen zum Beispiel Fahrzeugplattformen, die Fahrfunktionen dynamisch empfangen und integrieren können. Das Fraunhofer IESE präsentiert dazu in Halle 27 auf der CEBIT seine Softwarelösung FERAL.

Am Anwendungsbeispiel von Fahrzeugplattformen wird gezeigt, wie die reale und die virtuelle Welt miteinander verknüpft werden können und wie mit dem FERAL-Simulationsframework einzelne Softwarefunktionen in ihrem komplexen Zusammenspiel geprüft werden. Automatisiert fahrende Modellautos, die die Besucher gleichzeitig virtuell am Bildschirm verfolgen können, demonstrieren die Integration unterschiedlicher Fahrfunktionen, sogenannten Hardware-in-the-Loop-Tests.

FERAL ist eine Simulationsplattform mit unterschiedlichen Bausteinen. Diese ermöglichen es, auch komplexe, heterogene Szenarien in ein Prüfszenario zu integrieren und gezielt Eigenschaften im geschützten virtuellen Raum mithilfe »digitaler Zwillinge« zu überprüfen. Dies kann die korrekte Funktionsweise einer Fußgängererkennung sein oder das fehlerfreie Zusammenspiel zweier Funktionen von unterschiedlichen Herstellern. Durch den Wegfall physischer Aufbauten und Versuche können einerseits Kosten gespart werden, und andererseits können gezielt Situationen erzeugt werden, die in der Realität nur selten auftreten oder risikoreich sind. Zudem können verschiedene Protokolle von CAN bis Ethernet verwendet werden.