»Musterknaben in Sachen Corporate Governance«: Neue Vergütungsregeln stimmen SAP-Aktionäre versöhnlich

Alles wieder gut beim Softwarekonzern SAP: Vorstandschef McDermott forciert die Angriffe auf US-Konkurrent Salesforce, Aufsichtsratschef Plattner räumt den Streit um intransparente Vergütungsregeln ab. Ein Kritikpunkt aber bleibt.

Zu hoch für deutsche Verhältnisse

Seitdem sei SAP bei den Governance-Themen ein Befreiungsschlag gelungen, lobte etwa Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). »Sie werden so langsam zum Musterknaben in Sachen Corporate Governance«, sagte sie an Plattner gewandt. Ein Wermutstropfen bleibe: Die Höhe der Vergütung passe einfach nicht in die deutschen Verhältnisse.

Bei der kurzfristigen erfolgsabhängigen Vergütung werden Faktoren wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit künftig keine Rolle mehr spielen. Die sogenannte Ermessenskomponente wird gestrichen, nur finanzielle Ziele sind noch ausschlaggebend. Auch die maximal mögliche Höhe dieses Vergütungsbestandteils wird gesenkt. Die war aber ohnehin nicht erreicht worden, so dass dadurch unmittelbar keine Auswirkungen auf die tatsächliche Vergütung zu erwarten sind.

SAP hatte den Umsatz 2017 um sechs Prozent auf knapp 23,5 Milliarden Euro gesteigert, währungsbereinigt wären es acht Prozent gewesen. Das operative Ergebnis legte um 2 Prozent auf 6,77 Milliarden Euro zu. SAP nimmt derzeit verstärkt den lukrativen Markt der Kundenmanagement-Systeme (CRM) ins Visier, den der US-Rivale Salesforce dominiert. McDermott will den Bereich stark ausbauen und komplett mit den übrigen Komponenten der eigenen Unternehmenssoftware vernetzen. »Das ist eine Herausforderung, die nur SAP meistern kann«, sagte er.

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