»Lexbizz« für den Handel kommt: Lexware vor Einstieg in den ERP-Markt

Die neuen Abo-Modelle für Lexware-Produkte gewinnen an Zuspruch. Nun wollen die Freiburger preisaggressiv im ERP-Markt Fuß fassen. Der Partnervertrieb wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Setzt bei der neuen ERP-Lösung Lexbizz auf den Channel: Sales Director Marco Coriand
(Foto: Haufe-Gruppe)

Handwerker haben bei Notebooksbilliger.de noch die Wahl, ob sie »Financial Office« von Lexware in der Box oder per Download erwerben wollen. Die allermeisten Buchhaltungs- und Steuerprogramme des Freiburger Marktführers in Deutschland für kaufmännische Software gibt es bei diesem Retailer aber ohne Box-Versand und ausschließlich als ESD-Version. Electronic Software Distribution ist seit vielen Jahren schon Standard im Lizenzverkauf. Fast alle Distributoren von Business-Software haben auf Download-Bezug umgestellt. Sie können auch die für Hersteller und ihre Vertriebspartner so wichtigen Abo-Modelle abbilden. Box-Versionen gibt es allerdings weiterhin.

»Die Umsetzung des Abo-Vertriebs hat bei Distributoren länger gedauert als wir gedacht hatten«, sagt Marco Coriand, Vertriebschef bei Haufe-Lexware Services. Jetzt aber gewinnt das Abo-Geschäft an Fahrt. Mit ESD und dem Abo-Verkauf sind nun also auch die großen Distributoren im Vertrieb nicht physischer Güter und wiederkehrenden Einnahmen angekommen. Durchaus der erste Meilenstein für die Freiburger.

Denn die Zahlen zeigen klar, wohin die Reise geht. Insgesamt 25.000 Abos hat der Lexware-Channel aktuell verkauft. Die Distribution habe die Zahl der Abos auf rund 4.000 verdoppelt. Neben dem traditionell starken Direktgeschäft fährt Lexware bei seiner Vertriebsstrategie im Channel zweigleisig: Partner mit Lexware-Status kaufen direkt beim Hersteller ein, alle anderen beziehen ihre Produkte über Also, Ingram Micro oder Wortmann. Bei Tech Data muss Coriand noch Überzeugungsarbeit leisten. Lexware, mit einem Marktanteil von über 80 Prozent in Deutschland, sei halt ein »Local Hero«.

Doch Coriand hofft, dass das rasante Wachstum der Abo-Produkte über die Distribution die Gespräche mit dem zweiten Münchner Broadliner beschleunigen könnten. Parallel arbeitet der Manager gerade mit Hochdruck an einem für Lexware zweiten und dieses Mal sehr harten Meilenstein – passend zum internen Projektnamen »Topas«.

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