ITK MEDIA SUMMIT 2018: Künstliche Intelligenz: Was bin ich?

Rekordbeteiligung auf dem ITK MEDIA SUMMIT 2018. Noch darf man davon ausgehen, dass Besucher und Referenten echte Menschen sind. Bezweifeln muss man aber, dass das so bleibt.

(Foto: WEKA FACHMEDIEN)

Der Business-Mensch - zumal im ITK-Channel - liebt das Netzwerken. Was für Buchhalter die stille Tabellenkalkulation ist, ist für Marketiers, Vertriebler und Channel-Manager der lebhafte Austausch mit Resellern und der Presse. Kein Wunder also, dass mehr als 120 Gäste am diesjährigen MEDIA SUMMIT der WEKA FACHMEDIEN den Weg ins Verlagsgebäude nach München-Haar fanden.

Bestes Wetter, feinstes Grillgut, auch das könnte ein Grund sein, warum in diesem Jahr so viele Besucher wie noch nie kamen. Der andere, wahrscheinlich zugkräftigere Grund: das Referenten-Duo Matthias Spörrle und Matthäus Hose. Hier der Professor, dort der Verlagsleiter, und beide referieren über eines der derzeit am meisten diskutierten Themen in der IT-Branche: Es geht – wieder einmal – um künstliche Intelligenz.

Noch darf und kann man über die vielen Video zum Thema lachen, wie mit der Cloud und einer KI vernetzte Lautsprecher die geheimen Wünsche eines biederen Familienvaters entlarven und schließlich das Regiment über die Familie übernehmen. Noch ist KI weitgehend im Stadium der Datenfütterung und Analyse. Doch das System lernt schnell und vor allem selbstreferentiell. Spätesten wenn KI so fit ist, Entscheidungen zu treffen, und das wird nicht mehr lange dauern, hört der Spaß langsam auf.

Vollends humorfrei wird es spätestens dann, wenn KI die Grenze zwischen Maschine und Mensch aufhebt. Googles genial-verstörende Software »Duplex« ist bereits so eine KI: Man weiß nicht mehr, wer am anderen Ende der Leitung sitzt, denn der Computer simuliert eine auch in ihren Nuancen perfekte menschliche Stimme. Nimmt man zu einer solchen KI Video-Animationstools hinzu, wird man sich in vielleicht in fünf Jahren fragen müssen, ob das Duo Spörrle/Hose auf dem MEDIA SUMMIT 2023 echt ist. Bis dahin beherrscht KI sicher auch feinste Ironie.

Witzig wäre das dann aber nicht mehr, wenn man echte von virtualisierten Menschen nur noch am Hinweisschild unterscheiden könnte.