Kultur der digitalen Transformation: Die Arbeitswelt von morgen

Sie sind bunt, abgehoben und bald kein bisschen Science-Fiction mehr – die Visionen für die Arbeitswelt von morgen fordern eine Kultur, die flexibler, schneller und vernetzter wird. Vor allem braucht sie bereits heute innovative Ideen: von der Politik, über das Management, bis zum einzelnen Mitarbeiter.

Arbeitsplatz der Zukunft (Foto: Monstar Studio - Fotolia)

Schon die Präposition macht den Unterschied. Während der Ruhrpottler »Ich bin auf Arbeit« sagt, ist die bayerische Begrüßung »bei der Arbeit« üblich, klingt dann allerdings eher wie »bai da Arbad«. Hochdeutsch betrachtet, wird man das als klar umgangssprachlich einordnen und mehrheitlich von »in der Arbeit« sprechen. Jenseits aller lokalpatriotischen Unterschiede schwingen in den Präpositionen jedoch auch deutliche Unterschiede bei der Art des Arbeitens mit. »Auf Arbeit« zu sein, ist dem »auf Schicht« gehen angelehnt, entspricht also dem industriellen Arbeitsverständnis vom Schichtdienst am Fließband. »An der Arbeit« ist umgangssprachlich für »am Arbeiten« und beschreibt damit wie »bei der Arbeit« den Prozess des Arbeitens, während »in der Arbeit« die räumliche Anwesenheit im Unternehmensgebäude bezeichnet. Dieses Spielchen ließe sich mit weiteren Lokalpräpositionen wie »oben«, »unten«, »hinten« unendlich weitertreiben. Entscheidend ist dabei jedoch folgendes: Das kulturelle Arbeitsverständnis und die Arbeitswelt hängen unmittelbar miteinander zusammen.

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Werden wir in selbstfahrenden Autos zu Meetings gleiten, virtuell miteinander kommunizieren und unsere Fähigkeiten auf globalen, digitalen Plattformen mit anderen teilen? So ganz wird das derzeit vermutlich niemand beantworten können, weil es eben nicht nur eine Frage der technischen Möglichkeiten ist, sondern vor allem eine Frage der Arbeitskultur, das heißt des gemeinsamen Verständnisses davon, wie Arbeit gestaltet werden soll. Von einer Kultur der Arbeit zu sprechen, ist ein klarer Indikator dafür, dass sich Prozesse im Wandel befinden, weil schon im Begriff der Kultur eine bestimmte Dynamik der Veränderung mitschwingt. Weiterhin sind kulturelle Veränderungen auch immer Veränderungen, bei denen der Mensch die entscheidende Variable ist. Das bedeutet, dass sich Arbeitskultur nicht nur am technisch Machbaren orientieren darf, sondern auch unsere Vorstellungen berücksichtigen muss. Über deren Zielrichtung entscheiden wir bereits heute. »Oft wird bei Digitalisierung über die ›Arbeit der Zukunft‹ gesprochen – das wundert mich, denn die Veränderungen in unserer Lebens- und Arbeitswelt finden doch bereits jetzt statt«, stellt auch Oliver Tuszik klar, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Cisco Systems.