Gaming wird zum Breitensport: Abschied vom Nerd-Klischee

Mit der Verbreitung von Computerspielen in allen Alters- und Gesellschaftsschichten sterben auch die alten Vorurteile aus. Galten Gamer jahrzehntelang als pickelige und verschrobene Einzelgänger, ist der Begriff heute deutlich positiver besetzt.

Gaming ist heute eine generationenübergreifende Freizeitbeschäftigung
(Foto: Viacheslav Iakobchuk - Fotolia)

Die Welt der digitalen Spiele befindet sich derzeit in ihrem bislang tiefgreifendsten Wandel. Seit Einführung der ersten Video- und Computerspiele in den 60er und 70er Jahren sprachen sie über Jahrzehnte jeweils nur eine eng abgesteckte Randgruppe an. Zwar wurde diese in den 80er Jahren durch etwas weiter verbreitete Systeme wie den Commodore 64 oder auch den Gameboy vergrößert, dennoch widmeten sich in der Mehrzahl noch immer junge Nerds dieser Art der Freizeitbeschäftigung. Das prägte auch stets das Bild des typischen Gamers vom pubertären Sonderling, der im dunklen Kämmerlein vor sich hin zockt. Seit einigen Jahren brechen diese Grenzen allerdings immer mehr auf.

Durch neue Technologien und Spielarten von Smartphone- und Browser- über Casual- bis hin zu den Serious-Games erreichen digitale Spiele immer mehr Menschen verschiedenster Altersstufen und Hintergründe. Dieser Wandel verändert nicht nur die Spiele selbst, sondern wirkt gleichzeitig auch auf die gesellschaftliche Akzeptanz zurück. Wie sehr sich dadurch das Bild des typischen Gamers vom alten abwertenden Klischee des sozial inkompatiblen Sonderlings weg entwickelt hat, zeigt jetzt eine Umfrage von Dell und Researchscape, für die auch knapp 600 deutsche PC-Spieler befragt wurden.

Nur noch weniger als zehn Prozent von ihnen fühlen sich »verlegen«, »abgeurteilt«, oder »als Geek hingestellt«, wenn sie als Gamer identifiziert werden. Hingegen sind 17 Prozent darüber sogar »erfreut« und fast ein Viertel verbindet damit direkt positive Attribute wie »cool«. Für 23 Prozent ist ein Gamer jemand, »mit dem man Spaß haben kann«. International ist die positive Besetzung des Begriffs sogar noch ein Stück weiter fortgeschritten.

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