Anbieter scheuen neue Regularien: Weniger Digitalangebote durch DSGVO

Weil die Auflagen der kommenden DSGVO vielen Anbietern zu aufwendig sind, stellen sie ihre Angebote in Europa in diesem Monat ein.

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Immer mehr Digitalanbieter stellen ihre Angebote in Europa lieber ein, als die neuen Regularien im Rahmen der kommenden DSGVO umzusetzen. So hat beispielsweise das Unternehmen »unroll.me« angekündigt, seinen Dienst für Kunden innerhalb der EU am 24. Mai auslaufen zu lassen. Mit dem Tool können Newsletter einfach per Klick abbestellt werden, in dem man Zugriff auf sein E-Mail-Konto ermöglicht. Als Begründung gab das Unternehmen an, dass der Dienst für Nutzer in den USA gedacht und nicht für die Erfüllung aller Anforderungen der DSGVO konzipiert sei.

Der kostenlose Dienst finanziert sich durch die Vermarktung von Daten, die während des Zugriffs auf das E-Mail-Postfach gesammelt werden. In seinen Datenschutzbestimmungen klärt das Unternehmen auf, dass es persönliche Daten auch mit über den Mutterkonzern verbundenen anderen Unternehmen und vertrauenswürdigen Geschäftspartnern teilt. Dieser Umgang mit persönlichen Daten ist im Rahmen der neuen DSGVO nicht mehr erlaubt.
Auch zahlreiche kleine Spielefirmen schalten ihre Onlinespiele in Europa lieber ab, als die DSGVO-Auflagen umzusetzen. So soll neben »Super Monday Night Combat« auch »Ragnarok Online« mit Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung eingestellt werden. Weil grundsätzlich alle Spiele-Publi­sher von den Änderungen betroffen sind, könnten weitere und auch bekanntere Spieletitel ­folgen.