Niggemeier bei re:publica: Populisten mit Argumenten begegnen

Der Medienkritiker Stefan Niggemeier fordert zum Auftakt der Internetkonferenz re:publica einen besonneneren Umgang mit problematischen Hass-Posts und Fake-News. Statt Reflexen sollen lieber Argumente gegen sie ins Feld geführt werden.

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Zum Auftakt der Internetkonferenz re:publica hat der Publizist und Medienkritiker Stefan Niggemeier dazu aufgerufen, rechten Populisten mit Argumenten zu begegnen. Er wünsche sich von Medien, »dass Argumente kommen, warum ist eine Argumentation falsch, menschenverachtend«, sagte er am Mittwoch in Berlin. Häufig werde auf provozierende Statements rechter oder populistischer Politiker reflexhaft reagiert. Dies gelte zum Beispiel für den Umgang mit bewusst provozierenden Statements der AfD-Politikerin Beatrix von Storch auf Twitter. »Jeder unwichtige Aufreger ersetzt das wichtige Thema, über das wir eigentlich reden sollten«, sagte Niggemeier und verwies auf den provokativen Wahlkampf des US-Präsidenten Donald Trump.

Unter dem Motto »POP« will die re:publica 2018 die Debatte über die Digitalisierung öffnen. Die Digitalisierung habe die gesamte Gesellschaft erfasst, deshalb müsse auch die ganze Gesellschaft mitreden, betonte der Mitbegründer und Netzpolitik-Chefredakteur Markus Beckedahl. Auf der dreitägigen Veranstaltung und der begleitenden Media Convention werden von Mittwoch bis Freitag mehr als 9.000 Besucher erwartet.

Als Gäste haben sich unter anderem US-Whistleblowerin Chelsea Manning, US-Sozialforscherin Dana Boyd, Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar sowie die SPD-Minister Hubertus Heil und Katharina Barley angekündigt.