Gute Zahlen trotz Datendiskussion: Gewinnexplosion bei Alphabet

Trotz aller Kritik am Datensammeln und zielgerichteter Online-Werbung: Googles Mutterkonzern Alphabet steigert den Quartalsgewinn um 73 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar. Dabei helfen neben Sondereffekten auch die Steuergeschenke der Trump-Regierung.

Trumps Steuerreform spült Geld in die Kassen

Ein wesentlicher Grund für den enormen Gewinnanstieg war auch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump, durch die die Abgaben an den Fiskus noch weiter gedrückt werden konnten. Die effektive Steuerquote des Alphabet-Konzerns schrumpfte im Jahresvergleich von 20 auf lediglich 11 Prozent. Die Trump-Regierung hatte die Unternehmenssteuern in den USA zu Jahresbeginn von 35 auf 21 Prozent gesenkt, dank etlicher Schlupflöcher und Sonderregeln zahlen einige Konzerne unterm Strich jedoch noch deutlich weniger.

Zudem profitierte die Alphabet-Bilanz - zumindest auf dem Papier - stark von einer neuen Buchhaltungsmethode. Der Marktwert von Beteiligungen an nicht an der Börse gelisteten Unternehmen muss dadurch nun fortlaufend ausgewiesen werden. Investitionen wie die in den Fahrdienst Uber, wo Google schon 2013 einstieg, sind in den letzten Jahren stark im Wert gestiegen. Das machte sich erstmals im Geschäftsbericht von Alphabet bemerkbar. Über drei Milliarden Dollar trugen die bislang unrealisierten Gewinne zum Quartalsergebnis bei.

Die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Experten deutlich. Anleger waren jedoch zunächst unentschlossen. Die Aktie stieg nachbörslich in einer ersten Reaktion spürbar an, drehte dann aber wieder leicht ins Minus und notierte zuletzt kaum verändert.

In den vergangenen Wochen hatte der Skandal bei Facebook die großen Tech-Konzerne und ihr aufs Datensammeln und zielgerichtete Online-Werbung setzendes Geschäftsmodell in die Kritik gebracht. Die Furcht vor strengerer Regulierung ließ zwischenzeitlich auch die Aktienkurse sinken.

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