Kassenlose Märkte auf dem Vormarsch: Werden manche Verbraucher beim mobilen Bezahlen abgehängt?

Die Ware aus dem Regal nehmen und dabei automatisch bezahlen: Sieht so die Zukunft des Einkaufens aus und was bedeutet das für Verbraucher?

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Kontaktloses Bezahlen an der Ladenkasse im Vorbeigehen oder mit einer App auf dem Handy - neue Bezahlverfahren sind im Kommen. Doch nicht alle Menschen können oder wollen auf diese Weise ihre Einkäufe bezahlen. Nahezu alle Bundesbürger befürchten einer Umfrage der Bundesbank zufolge, dass sich beispielsweise ältere Menschen in einer Welt ohne Bargeld nicht mehr zurecht finden würden. »Verbraucher müssen auch künftig und durchgängig die Wahl haben, ob sie mit neuen Technologien oder lieber bar zahlen wollen«, fordert Finanzexperte Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Pauli warnt vor einer Entwicklung wie in Schweden. In der Hauptstadt Stockholm sind Schilder mit dem Hinweis »Keine Barzahlung« in Geschäften und Restaurants keine Seltenheit mehr. In dem Land, das nicht dem Euroraum angehört, dürfen Einzelhändler und Firmen die Annahme von Bargeld verweigern. Die Entwicklung beschäftigt auch die schwedische Notenbank. »Im Grunde ist der Strukturwandel positiv, aber er muss in einem Takt gehen, der keine Probleme für gewisse gesellschaftliche Gruppen schafft oder jemanden vom Zahlungsmarkt ausschließt«, mahnte der Chef der Zentralbank, Stefan Ingves.

EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch versichert, die Europäische Zentralbank wache aufmerksam darüber, dass die Einsatzmöglichkeiten von Bargeld nicht eingeschränkt werden - etwa durch die Erhebung einer Zahlungsgebühr. »Alternative Zahlungsmethoden können Euro-Bargeld nicht ersetzen, sondern nur ergänzen«, betont Mersch.

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