Singhammer IT Consulting AG: »Ein MSP braucht ein professionelles Vertragstool«

Viele Systemhäuser stehen vor neuen Anforderungen wie Cloud-Abrechnung, Managed Services und das XaaS-Management. Singhammers Branchensoftware »SITE« verspricht effiziente Lösungen.

Andreas Preißer, Sales Consultant bei Singhammer
(Foto: Singhammer IT Consulting AG)

Die Singhammer IT Consulting AG ist 1998 aus dem Navision-Team eines Münchener Systemhauses hervorgegangen. Die zunächst für den Eigengebrauch angepasste Software kam 1994 als Systemhauslösung auf den Markt und wird seit 1998 von der Singhammer IT Consulting AG angeboten. »SITE« steht für »Solution for IT Enterprises«. Das ERP-System basiert auf Microsoft Dynamics und richtet sich an Software-Anbieter, Systemhäuser und IT-Dienstleister.

Albert Prommersberger, Application Consultant bei Singhammer, führt im Gespräch mit CRN aus: »In den letzten Jahren haben wir es geschafft, Neukunden komplett im Standard zu bedienen. Das ist bei der Komplexität und Vielfalt in der Branche etwas Besonderes.« Das sei zudem ein gutes Sprungbrett in die Cloud, da dort das Thema Anpassungen schwieriger sei. »Wir haben eine Sonderrolle«, ergänzt Sales Consultant Andreas Preißer. »Wir sind selbst ein IT-Haus, ein Software-Entwickler, und wir machen ein IT-Produkt für IT-Firmen, sind also nicht branchenfremd. Manche IT-Firmen machen Software für Möbelhäuser, sind aber selbst keines. Wir dagegen haben die gleichen Themen wie unsere Kunden.« Auf die Frage, was den Kunden derzeit am meisten unter den Nägeln brennt, kommt eine klare Antwort: »Vertragsmanagement. Alle möchten Cloud-Dienste anbieten, machen sich aber kaum Gedanken darüber, wie diese Cloud abgerechnet werden soll. Wie verarbeite ich Microsoft CSP-, AWS- oder Google Cloud-Rechnungen? Wir sind heute in der Lage, nutzungsbasierte Cloud-Verbrauchsdaten automatisiert zu verarbeiten«, so Preißler. Angenommen, ein Systemhaus wolle ein Exchange-Postfach anbieten. Es müsse dafür den Service einkaufen, eigene Leistungen mit Service Level dazu packen, Marge reinrechnen und das dann monatlich verkaufen. Das könne schon kompliziert sein. »Aber jetzt hat das Systemhaus viele Kunden mit vielen Postfächern, Active Directory, Storage und hundert weiteren Diensten – das ist manuell nicht mehr beherrschbar. Wir können das paketieren, lieferantenseitig und kundenseitig. Für den Kunden sieht die Rechnung einfach und übersichtlich aus und für den Anbieter läuft alles automatisch.«

Der Trend gehe vom Verkauf zu Subscription, zu Cloud, zu Automatisierung. »Die Kunden wollen sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und operative Prozesse auslagern. Wir nennen das Thema ›Managed ERP‹ und übernehmen dabei die komplette Betreuung«, so Preißer weiter. Ob das ERP in der Cloud liege oder beim Kunden oder irgendwo im Ausland sei egal.

Vom Dauerthema Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sei auch Singhammer betroffen und will es seinen Kunden erleichtern, rechtzeitig bereit zu sein. »Wir predigen die Integration von Systemen. Daten sollten zentral gemanagt werden. Viele Kunden haben hier ein CRM, da ein Service-System, dort ein Vertragsmanagement. Das ist irgendwann nicht mehr kontrollierbar; da weiß man nicht mehr, wo die Daten überall gespeichert sind.« Notwendig seien Konzepte zur richtigen Datenspeicherung, zur Datenanalyse und auch für die Datenlöschung. Das funktionierte nur in hochintegrierten Systemen und nicht in einem Systemzoo.