Relevante Themen statt Volksmusik: Bürgerbildung im Gegenwind

Das Modell des Öffentlichen Rundfunks wird in ganz Europa immer mehr infrage gestellt. Doch die Diskussion sollte nicht darum gehen, die Öffentlich-Rechtlichen abzuschaffen, sondern sie zu verschlanken.

(Foto: Sondem - Fotolia)

Anfang März blickte die gesamte Medienlandschaft Europas gebannt in die Schweiz. Dort entschied die Bevölkerung über die Abschaffung der Rundfunkgebühren — und damit über den Fortbestand der öffentlich-rechtlichen Medien. Das Ergebnis: Mit 71,6 Prozent will die überwiegende Mehrheit der Eidgenossen die Rundfunkgebühren behalten und weiter rund 390 Euro pro Jahr und Haushalt dafür aufbringen. Zwar konnten die staatlichen Schweizer Rundfunksender mit diesem Ergebnis ihre Abschaltung gerade noch einmal umgehen, doch allein dass die »Nobillag«-Initiative der Rundfunkgegner es bis zum Volksbegehren gebracht hatte, zeigt, wie groß die Abneigung gegenüber mit Steuergeldern finanzierten Rundfunkangeboten ist.

Nicht umsonst zeigte sich Gilles Marchand, Generaldirektor des größten Schweizer Medienhauses SRG erleichtert über das Ergebnis, kündigte jedoch gleichzeitig sowohl ein Sparprogramm als auch Programmreformen an. Denn vielen der 5,3 Millionen Wahlberechtigten waren die Nobillag-Forderungen schlicht zu radikal. Viele von ihnen fordern einen schlankeren und vor allem deutlich günstigeren Gebührenrundfunk und sprechen damit auch vielen Bürgern anderer EU-Staaten aus der Seele.

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