Reiner Louis, Computacenter, im CRN-Interview: »Ganz verrückte Dinge machen wir nicht«

In zehn Jahren hat der Chef von Computacenter Deutschland Höhen und Tiefen im Systemhausmarkt erlebt. An der wichtigsten Mission arbeitet Reiner Louis nun mit Hochdruck.

»Unser Aufwand im Recruiting ist enorm«, Reiner Louis, Sprecher der Geschäftsführung bei Computacenter

Im Gespräch mit der Presse verkneifen sich die CEOs der drei größten herstellerunabhängigen Systemhäuser hierzulande normalerweise Seitenhiebe auf die Konkurrenz. Kein Wunder: Die Spitzen von Bechtle, Computacenter und Cancom kennen sich gut, schätzen und achten das, was der jeweils andere für sein Systemhaus erreicht. Es ist denn auch kein Seitenhieb, den Reiner Louis im CRN-Gespräch austeilt, aber eine gewisse Genugtuung klingt schon durch, als er anlässlich der vorläufigen Geschäftszahlen für 2017 sagt, man habe im ITK-Handelsgeschäft »vielleicht einen Tick besser als die Konkurrenz« abgeschnitten. Das musste einfach mal gesagt werden, denn lange genug war es eher umgekehrt und zu oft musste der Sprecher der Geschäftsführung von Computacenter früher mit internen Problemen kämpfen oder gar handfeste Krisenkommunikation mit Kunden führen.

Kaum zurück zu Computacenter, nachdem Louis von 2005 bis 2007 in der Geschäftsleitung von Bechtle saß, musste er sich mit einer damals in der IT-Branche noch nicht ausgereiften, aber mit viel Versprechungen verkauften Dienstleistung herumschlagen. Mit zu vielen Deals für Managed Services hatte sich Computacenter schlicht übernommen, das für die Abwicklung notwenige Personal in den Helpdesks nicht rechtzeitig nachgezogen. Ein strukturelles Problem der global agierenden britischen Systemhausgruppe, aus der man Lehren gezogen hat: Seit einigen Jahren gehen bei Computacenter Expansion und Investition wieder Hand in Hand.

»2016 und 2017 haben wir massiv in Remote-Strukturen investiert und unsere weltweiten Nearshore-Kapazitäten personell verstärkt. Allein in den USA und Mexico haben wird 1.000 neue Mitarbeiter innerhalb von 18 Monaten eingestellt, im vergangenen Jahr sind in Deutschland fast 400 neue Mitarbeiter zu uns gekommen. Wir haben weitere Stützpunkte in Kernländern wie Malaysia und Südafrika, um die Kunden fokussiert zu betreuen«, bilanziert Louis.

Übersicht