Lars, but not Least: Highscore für die Gaming-Branche

Sehr zur Freude der Branchenverbände und Gamer hat es auch das Thema E-Sport in den Koalitionsvertrag geschafft. Allerdings steht zu befürchten, dass es sich dabei nicht um viel mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis handelt.

Die Gaming-Branche ist ein klarer Sieger der Koalitionsverhandlungen
(Foto: olegkruglyak3 - Fotolia)

Während die drei beteiligten Parteien bei ihren Koalitionsverhandlungen um viele Themen und Formulierungen hart ringen mussten, waren sie sich an einer Stelle erstaunlich schnell einig: die Politik müsse Gaming und E-Sport endlich die Aufmerksamkeit zubilligen, die ihrer Verbreitung und Bedeutung in der modernen Gesellschaft entspreche. »Wir erkennen die wachsende Bedeutung der E-Sport-Landschaft in Deutschland an«, heißt es dort zunächst noch etwas nüchtern. Umso blumiger wird es dafür bei den konkreten Zielen. So wollen die Politiker den E-Sport laut dem Vertragswerk sogar »bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen«.

Auch wenn es trotz erster vorsichtiger Interessensbekundungen seitens des IOC sicherlich noch einige Jahre dauern dürfte, bis dereinst vielleicht einmal Zocker die begehrten Medaillen mit den fünf Ringen um den Hals gehängt bekommen könnten, hätte die Erweiterung um E-Sport tatsächlich einige Vorteile zu bieten. Vor allem müssten für elektronische Wettkämpfe nicht erst gigantische Arenen und andere Sportstätten in die Landschaft gefräst und betoniert werden, die anschließend dann doch nur allzu oft leer stehen. Zudem würden sich sowohl das IOC als auch die Sponsoren sicherlich über die verstärkte Aufmerksamkeit beim jungen Publikum freuen.

Gleichzeitig bringt die Eingliederung von E-Sport auch einige spannende Fragen mit sich, wie etwa, welche Games ausgewählt und ob sie den Sommer- oder Winterspielen zugeordnet werden. Auch auf Seiten des Sponsorings wirft der Einsatz kommerzieller Spiele und Hardware hinsichtlich der strengen Regeln des IOC einige Fragen auf. Zudem könnten wohl auch die Doping-Kontrollen für so manchen E-Sportler zu einem ernsthaften Problem werden.

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