Nach Lieferantenklagen über »System Amazon«: Amazon sucht das Gespräch mit Distributoren

In die festgefahrenen Beziehungen zwischen Amazon und einigen Lieferanten ist Bewegung gekommen. Nachdem CRN über die schweren Vorwürfe von Distributoren berichtet hatte, signalisiert der Etailer Gesprächsbereitschaft.

Was mit der angelieferten Ware im Amazon-Lager geschieht, ist für viele Distributoren oft nicht mehr nachvollziehbar
(Foto: Amazon)

Seitdem CRN die schweren Vorwürfe von Lieferanten gegen Amazon publik gemacht hatte, ist einiges in Bewegung gekommen. Auf Nachfrage von CRN berichtetet zumindest ein Teil der betroffenen Distributoren, dass der Etailer Gesprächsbereitschaft zeige. Zumindest für einen Distributionslieferanten wurde der Streit inzwischen sogar halbwegs zufriedenstellend beigelegt. »Wir haben uns mit Amazon in einem Treffen über die bis dahin offenen Fälle einigen können«, berichtet ein Manager des Grossisten gegenüber CRN. Am Ende habe man immerhin einen Großteil aller offenen Posten wiederbekommen. Der Channelprofi bleibt aber eher skeptisch, ob sich damit die Zusammenarbeit mit Amazon dauerhaft verbessert hat: »Noch sehe ich keine grundsätzlichen Verbesserungen beim Geschäftsgebaren.« Immerhin: Der Etailer zeige Gesprächsbereitschaft. Und manchmal hänge es dann doch am Ansprechpartner: »Es ist gut zu sehen, wenn der verantwortliche Ansprechpartner sich wirklich um die Probleme kümmert!«

Ein weiterer Distributor, der mit dem Onliner schon seit längerem massive Probleme hat, berichtet, dass Amazon nach der CRN-Veröffentlichung Kontakt aufgenommen und um ein Gespräch mit dem Geschäftsführer gebeten hätte. Von einer vollständigen Lösung für alle bestehenden Problemfelder könne aber noch nicht die Rede sein. Weitere Telefonkonferenzen und Gespräche würden noch anstehen. Aber immerhin sei man jetzt überhaupt mal im Gespräch nachdem vorher ja nicht einmal ein Ansprechpartner greifbar gewesen wäre. »Es ist definitiv Bewegung in die festgefahrene Sache gekommen«, zeigt sich der Manager vorsichtig optimistisch.

Bei einem anderen Lieferanten war dagegen die Situation wohl schon zu festgefahren. Hier hätte es kein Entgegenkommen oder zumindest Gesprächsbereitschaft von Amazon gegeben, erfuhr CRN auf Nachfrage.

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