Nach achtem Rückgang in Folge: Experten erwarten steigende Insolvenzzahlen

Obwohl die Zahl der Insolvenzen 2017 auf einen Rekord-Niedrigstand zurückgegangen ist, entstand dabei ein vergleichsweise hoher Schaden. Für das laufende Jahr wird erstmals seit acht Jahren wieder ein Anstieg der Insolvenzzahlen erwartet.

Nach acht Jahren soll die Zahl der Insolvenzen 2018 erstmals wieder steigen

Die anhaltend gute Konjunktur sorgt in der deutschen Wirtschaft und Industrie in vielerlei Hinsicht dafür, dass es für die Unternehmen deutlich mehr Licht als Schatten gibt. Während viele Firmen hervorragende Ergebnisse einfahren können, gibt es nur sehr wenige, die in Schieflage geraten oder aus einer ebensolchen keinen anderen Ausweg als eine Insolvenz mehr finden. Im vergangenen Jahr registrierte der Anbieter für Kredit- und Bonitätsinformationen Crifbürgel in Deutschland nur noch 20.276 Firmenpleiten, 6,9 Prozent weniger als 2016 und der niedrigste Wert seit über 20 Jahren. Im Vergleich zum bisherigen Insolvenzhöchstjahr 2003, in dem 39.320 Unternehmen aufgeben mussten, haben sich die Insolvenzfälle 2017 sogar nahezu halbiert.

»Die Rahmenbedingungen für Firmen in Deutschland sind weiterhin gut. Unternehmen profitieren von der stabilen Konjunktur, den günstigen Finanzierungsbedingungen und dem erneut starken Export. Positiv auf die Unternehmen wirkt auch die Binnenkonjunktur, die durch einen Anstieg der verfügbaren Einkommen und Kaufkraft gestärkt wird«, begründet Crifbürgel-Geschäftsführerin Ingrid Riehl diesen neuerlichen Rückgang der Insolvenzen. Gerade die an sich erfreuliche Tatsache, dass die Zahl der Insolvenzen hierzulande damit nun acht Jahre in Folge rückläufig war, bietet den Experten zufolge mit Blick nach vorne allerdings eher Grund zur Sorge.

Sie prognostizieren für 2018 eine Trendwende in Form einer leichten Zunahme der Insolvenzzahlen. Alleine schon statistisch sei die aktuelle Insolvenzquote angesichts der Basis von circa vier Millionen wirtschaftsaktiven Unternehmen in Deutschland kaum noch zu unterbieten, so das Argument. Gestützt wird diese These dadurch, dass die Bonitätsdienste schon jetzt eine Zunahme der finanzschwachen und damit insolvenzgefährdeten Firmen beobachten. »Zudem schwebt das Damoklesschwert einer möglichen Zinswende über der deutschen Wirtschaft«, befürchtet Riehl.