Nach achtem Rückgang in Folge: Experten erwarten steigende Insolvenzzahlen

Obwohl die Zahl der Insolvenzen 2017 auf einen Rekord-Niedrigstand zurückgegangen ist, entstand dabei ein vergleichsweise hoher Schaden. Für das laufende Jahr wird erstmals seit acht Jahren wieder ein Anstieg der Insolvenzzahlen erwartet.

Pleitenhochburg Dortmund

Insbesondere im Ruhrgebiet fühlen sich die Pleitegeier besonders wohl

Bei den geografischen Faktoren registrierte Crifbürgel insgesamt ein Nord-Süd-Gefälle. Zwar verzeichneten sie in absoluten Zahlen die meisten Insolvenzen in Nordrhein-Westfalen (5.871 Firmeninsolvenzen), Bayern (2.589), Baden-Württemberg (1.956) und Niedersachsen (1.748). Unter Betrachtung der dort jeweils ansässigen Gesamtzahl an Firmen sieht das Ergebnis jedoch völlig anders aus. Bei der Insolvenzdichte liegt Berlin mit 92 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen klar an der Spitze, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (88), Bremen (86), Hamburg (81), Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt (je 78). Am anderen Ende liegen Bayern (43) sowie Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen (je 44). Im Bundesweiten Durchschnitt lag die Insolvenzdichte 2017 bei 62 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

Im Städtevergleich liegt hingegen weiterhin das Ruhrgebiet bei der Insolvenzgefahr klar auf dem Spitzenplatz. Während Dortmund in der Bundesliga nur davon träumen kann, führt es das Insolvenzranking mit 121 Pleiten je 10.000 Unternehmen klar an. Direkt dahinter liegen mit Essen (111), Duisburg (100) und Gelsenkirchen (98) drei weitere Städte aus Nordrhein-Westfalen. Die wenigsten Insolvenzen im Verhältnis zur Unternehmensanzahl gab es im Gegensatz dazu in München, Nürnberg (je 43) und Stuttgart (42).