Nach achtem Rückgang in Folge: Experten erwarten steigende Insolvenzzahlen

Obwohl die Zahl der Insolvenzen 2017 auf einen Rekord-Niedrigstand zurückgegangen ist, entstand dabei ein vergleichsweise hoher Schaden. Für das laufende Jahr wird erstmals seit acht Jahren wieder ein Anstieg der Insolvenzzahlen erwartet.

Gründe für das Scheitern

Das Nord-Süd-Gefälle bei Insolvenzen zeigt sich seit Jahren relativ stabil

Als häufigsten Grund für das Scheitern junger Unternehmen sehen die Experten von Crifbürgel nicht marktfähige Geschäftsideen oder Produkte, sowie ineffiziente Produktionsprozesse. Aber auch die schwierige Finanzierungssituation bleibt gerade in Deutschland ein Problem für Gründer und sorgt dafür, dass auch so manche eigentlich tragfähige Gründung scheitert. Ein weiterer Grund für frühes Scheitern liegt in unzureichenden Kompetenzen und Erfahrungen, die zu Fehlentscheidungen führen, aus denen gerade in der kritischen Anfangsphase schnell fatale Folgen entstehen.

Allgemein stellt Crifbürgel fest, dass der Weg in die Zahlungsunfähigkeit in den meisten Fällen mehr als nur eine einzige Ursache hat. Gerade die Rahmenbedingung der allgemeinen konjunkturelle Lage spielt nur eine – wenn auch oft überschätzte – Nebenrolle für den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen. Zu den weiteren unternehmensexogenen, also externen, Faktoren zählen beispielsweise das Ausbleiben neuer Aufträge beziehungsweise Stornierung oder oft auch schon die bloße Verschiebung bereits erteilter Aufträge. Hier spielen häufig auch die bereits genannten Dominoeffekte eine wesentliche Rolle, bei denen große Insolvenzen weitere kleinere Zulieferer und Partner mit in gefährliche Schieflage bringen.

Nicht nur in solchen Fällen sind es aber oft auch unternehmensendogene Ursachen, die letztlich zu einer Insolvenz führen. Allen voran stehen hier Fehler im Management, zu denen es auch gehört, sich zu sehr auf einzelne Kunden als Abnehmer zu verlassen, wodurch die Gefahr für Dominoeffekte erheblich steigt. Weitere interne Kriterien sind beispielsweise eine nicht tragfähige oder gar komplett fehlende Unternehmensplanung, Versäumnisse im Controlling, die ein rechtzeitiges Gegensteuern verhindern, sowie ein unzureichendes oder nicht gegebenes Debitorenmanagement.