Trumps Steuerreform: Protektionistische Rosskur für Amerika

Trumps Steuerreform belastet aktuelle Bilanzen amerikanischer Unternehmen erheblich. Auf lange Sicht aber dürften die Änderungen zu weitreichenden Wettbewerbsvorteilen für die USA und ihre Unternehmen führen.

Der US-Präsident hat mit seiner Steuerreform eines seiner zentralen Wahlversprechen umgesetzt und damit für heftigen Wirbel in der globalisierten Finanz- und Wirtschaftswelt gesorgt. Eine neue Regel: US-Unternehmen müssen ab sofort im Ausland lagerndes Vermögen versteuern, wenn auch zu einem relativ niedrigen Satz von 15,5 oder acht Prozent. Bislang griff der amerikanische Fiskus bei solchen Vermögen erst zu, wenn diese aus dem Ausland nach Amerika transferiert wurden — dann aber heftig: 35 Prozent fielen in so einem Fall an.

Vor allem die großen IT-Konzerne aus dem Silicon Valley horteten deshalb Milliardenbeträge im Ausland. Insgesamt sollen US-Firmen rund drei Billionen Dollar im Ausland geparkt haben. Geld, das Trump im Sinne seiner »America First«-Strategie nach Washington holen will. Allein Apple musste auf seine 252 Milliarden Dollar Barvermögen im Ausland 38 Milliarden Dollar Steuern zahlen. Die hohen Abschreibungen sorgten dafür, dass die aktuellen Quartalszahlen der betroffenen Unternehmen erheblich belastet wurden. Dennoch dürften die betroffenen Unternehmen langfristig davon profitieren.

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