Erstflug der neuen Superrakete im Livestream: Elon Musk schießt seinen Tesla ins All

Beim Jungfernflug seiner neuen Trägerrakete »Falcon Heavy« will Elon Musk heute seinen Tesla Roadster ins All schicken. Der Start der derzeit stärksten Transportrakete der Welt wird online per Livestream übertragen.

Der rote Tesla Roadster an Bord stammt aus Elon Musks Privatgarage
(Foto: @elonmusk, Twitter)

Elon Musk will heute Abend mit seiner Firma SpaceX ein neues Kapitel der kommerziellen Raumfahrt einläuten. Um 13:30 Ortszeit (19:30 deutscher Zeit) soll bei guten Flugbedingungen am Weltraumbahnhof Cape Canaveral zum ersten Mal eine »Falcon Heavy«-Rakete abheben und ins All fliegen, während ihre dreiteilige erste Stufe anschließend wieder zur Erde zurückkehrt. Die zwei als Booster fungierenden Segmente werden dem Plan zufolge kurz darauf wieder aufrecht in Cape Canaveral aufsetzen, das Mittelteil etwas später autonom auf dem unbemannten Plattformschiff »Of Course I Still Love You« von SpaceX im Atlantik landen. Die zweite Stufe mit dem Nutzlastsegment wird laut SpaceX Kurs letztlich auf einen elliptischen Orbit um die Sonne gebracht, auf dem es dann »Milliarden Jahre« (Musk) kreisen und dabei auch immer wieder den Mars als ein künftiges Ziel von Musks Weltraum-Ambitionen passieren wird. Ob der Start und die Landungen tatsächlich so reibungslos gelingen, lässt sich live im Webstream von SpaceX verfolgen.

Typisch für seine exzentrische Art will Musk den Erstflug seines neuen Raketentyps auch gleich noch dazu nutzen, für eine andere seiner Firmen zu werben. Als »Nutzlast« wird ein in der Ladebucht festgezurrter roter Tesla Roadster aus dem Privatbesitz von Musk mit an Bord sein. Das soll einerseits beweisen, wie sehr der wagemutige Unternehmer und seine Ingenieure ihrer neusten Konstruktion vertrauen, andererseits würde der elektrisch angetriebene Sportflitzer dadurch bei einer erfolgreichen Mission zum ersten Straßenauto im All. Unabhängige Experten sind sich da allerdings nicht ganz so sicher und befürchten, dass die Rakete mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent beim Start oder kurz danach explodiert oder gesprengt werden muss. Geschichtsträchtig ist zudem auch der Ort des Geschehens: Die Rakete startet von der legendären Abschussrampe 39A, von der in der Vergangenheit auch mehrere Apollo-Mondmissionen und die Space Shuttles abhoben.

Bei dem neuen Raketentyp handelt es sich um eine Weiterentwicklung der bereits mehrfach erfolgreich eingesetzten Falcon 9. Die erste Stufe der insgesamt 70 Meter hohen Rakete besteht im Prinzip aus einem Cluster von drei modifizierten Falcon 9 mit jeweils neun Merlin-Triebwerken, von denen die zwei äußeren als Booster agieren und die mittlere die zweite Stufe mit dem Vakuum-Triebwerk und der Nutzlast trägt. Gemeinsam sollen sie die gigantische Schubkraft von 22.819 kN liefern, also in etwa so viel wie 18 Boeing 747 bei vollem Schub, und selbst beim Ausfall von einem oder zwei der 27 Triebwerke auch voll beladen noch problemlos abheben können.

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