Sanierungspläne: Neuer Chef will T-Systems zerlegen

Nur wenige Wochen nach Amtsantritt hat T-Systems-Chef Adel Al-Saleh Pläne für eine Aufspaltung der defizitären Telekom-Tochter vorgestellt. Ein Teilverkauf wird schwierig.

Soll T-Systems auch gegen den Widerstand der starken Gewerkschaft sanieren: Der neue CEO Adel Al-Saleh

Seinen vorherigen Arbeitgeber, den IT-Dienstleister Northgate Information Solutions (NIS) hatte Adel Al-Saleh wieder auf Kurs gebracht. Nun will er den Sanierungserfolg bei der angeschlagenen T-Systems wiederholten. Der gebürtige Amerikaner, seit 1.Januar 2018 bei der Telekom-Tochter an der Spitze, hat diese Woche Pläne für eine Aufspaltung von T-Systems vorgestellt.

Demnach schwebt Al-Saleh vor, aus der Großkundensparte der Telekom mit 37.000 Mitarbeitern zwei Gesellschaften zu machen. Offenbar will der CEO das für die T-Systems belastende IT-Outsourcing-Geschäft als eigenständige Gesellschaft aufstellen. Es könnte eine vorbereitende Maßnahme für einen Verkauf dieser Sparte sein, spekuliert das Handelsblatt und zitiert Konzerninsider, man habe sich in den vergangenen Jahren zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Kritik kommt indes von Gewerkschaftsseite, die dem Handelsblatt zufolge Widerstand gegen mögliche Verkaufspläne ankündigte. Sollte Al-Saleh tatsächlich das für T-Systems wenig lukrative Outsourcing-Geschäft verkaufen wollen, muss er sich auf womöglich langwierige Verhandlungen einstellen.

Entsprechende Pläne hatte bereits sein Vorgänger Reinhard Clemens vergangenen Sommer ausgelotet. Ein Teilverkauf an Wettbewerber Atos Origin kam indes nicht zustande.