Vine-Programm bleibt unangetastet: Amazon geht gegen »anreizbasierte« Bewertungen vor

Amazon verbietet das verschenken oder vergünstigte Verkaufen von Produkten im Austausch gegen Rezensionen. In letzter Zeit hatte diese Praxis bei einigen Händlern Überhand genommen. Bei sich selbst macht der Online-Händler aber eine Ausnahme.

(Foto: Amazon.de)

Amazon.de hat seine Vorgaben für Produktbewertungen verschärft. Ab sofort ist es nicht mehr erlaubt, Produkte an Konsumenten kostenlos oder verbilligt abzugeben und im Austausch von ihm dafür eine Rezension zu verlangen. Damit folgt der deutsche Amazon-Ableger seiner Mutter Amazon.com, welche ihre Regeln bereits im Oktober in diese Richtung hin angepasst hatte. Bis dato hatte Amazon den Austausch von Produkten für Rezensionen gestattet, wenn dabei klar war, dass »sowohl positives wie negatives Feedback willkommen ist« und der Rezensent in seiner Bewertung auf den Deal mit dem Verkäufer hinwies. Doch in letzter Zeit nahmen diese Rezensionen bei einigen Produktkategorien und Händlern überhand. Zudem war nicht sicher, ob auch jeder Konsument in seiner Produktbewertung ehrlicherweise auf das Tauschgeschäft hinwies.In einer Nachricht an alle registrierten Verkäufer erklärt Amazon, wann das Unternehmen in Zukunft Bewertungen als »anreizbasiert« bewertet und somit als unzulässig einstuft:

- Sie stellen ein kostenloses oder vergünstigtes Produkt, einen Geschenkgutschein, Rabatte, Geldzahlungen oder andere Vergütungen als Gegenleistung für die Bewertung bereit.

- Sie bieten kostenlose oder reduzierte Produkte oder andere Vorteile an oder behalten diese in Zukunft ein, je nachdem, ob der Kunde eine Bewertung schreibt oder nicht.

- Sie verwenden einen Bewertungsservice, bei dem die fortlaufende Mitgliedschaft des Bewerters vom Schreiben von Bewertungen abhängt.

- Sie verwenden einen Bewertungsservice, bei dem Sie Kunden basierend auf deren Bewertungen einstufen können.

- Sie verwenden einen Bewertungsservice, bei dem Kunden ihr öffentliches Amazon-Profil registrieren, sodass Sie die Bewertungen Ihrer Produkte überwachen können.

Für sich selbst aber macht der Online-Händler eine Ausnahme und will auch in Zukunft unter seinem Vine-Programm kostenlos Produkte Amazon-Kunden zur Verfügung stellen.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Allie , 17:10 Uhr

Amazon hat jetzt wieder das alleinige Monopol der gekauften Bewertungen. Amazon praktiziert mit dem Vinclub Betrug und Wettbewerbsverzerrung. Vine bzw. gekaufte Bewertungen, machen nur bei einem eigenen Listing Sinn. Der Verkaufsputch ist gigantisch, sobald eine Produktbewertung unter dem Listing steht (sowohl der Google als auch der Amazonalgoritmus springt darauf extrem an). Folglich hat nur Amazon bzw. eine Markenfirma (ohne weitere Händler unter dem Listing) ein Interesse daran, sofern man den Zusammenhang erkannt hat. Es macht ja keinen Sinn, etwas zu verschenken, wenn andere sich mit niedrigen Preisen in das subventionierte Listing mogeln. Amazon ist mit dieser Praxis angefangen. Die Amerikaner haben das ganz schnell verstanden und dann eigene Brands mit ähnlichen Produkten erfunden. Die bedienen sich auch Software und informieren sich und verteilen jobs wie: Bewertung schreiben, Bewertungen voten und in den social media Plattformen gegenseitig liken und sharen. Es ist jetzt auch Fakt, dass die amerikanischen und englischen Händler die deutschen Händler verdrängt haben aus Deutschland. Amazon hat die ausländischen Händler alle darauf geschult, wie sie die Umsatzsteuer hier in Deutschland umgehen können (Ware in Tschechien). Alles an Amazon ist Wettvewerbsverzerrung und total unfair. Amazon hat jetzt wieder das Monopol alleine Bewertungen einzukaufen und seine wieder Händler abzuhängen.