Startups im ITK-Channel: »Mut, Visionen und Handeln sind gefragt«

Auch der ITK-Channel hat die Innovationskraft von Startups für sich entdeckt. Systemhäuser wie Bechtle oder Fritz & Macziol gehen neue Wege, um von Impulsen durch junge Unternehmen zu profitieren. Beim Distributor Also sorgen Startups für ein Umdenken bei den Geschäftsprozessen.

Bernhard Kirchmair, CDO bei Fritz & Macziol
(Foto: Fritz & Macziol)

Die Analysten weltweit sind sich einig: Die digitale Transformation wird sämtliche Unternehmen, die sich den neuen Herausforderungen nicht stellen, von der Karte verschwinden lassen. Kleine Firmen sind von der Disruptionswelle ebenso betroffen wie etablierte. Sie sehen sich plötzlich einer neuen Konkurrenz durch Startups ausgesetzt, die mit innovativen Ideen eingefahrene Geschäftsprozesse auf den Kopf stellen. »Die wirklich disruptiven digitalen Geschäftsmodelle stammen heute aus dem Startup-Umfeld«, erklärt Bernhard Kirchmair, CDO beim Systemhaus Fritz & Macziol. Er ist der Meinung, dass der Anteil der jungen Unternehmen an der digitalen Transformation gar nicht groß genug eingeschätzt werden kann.

So ist es nicht überraschend, dass im ITK-Channel die Zusammenarbeit mit Unternehmensgründern verstärkt gesucht wird. Auch das Systemhausschwergewicht Bechtle schaut sich nach Partnerschaften aus der Start­up-Szene um. Als einer von sechs Gesellschaftern der »Acceed 4.0 Beteiligungs GmbH« sind die Neckarsulmer auf der Suche nach innovativen Unternehmen, die vor allem im Bereich Industrie 4.0 unterwegs sind. »Darunter wird nicht nur die digitale Vernetzung in der Industrie verstanden, einbezogen sind auch Hardwarekomponenten wie zum Beispiel Robotik und Sensorik, neue Geschäftsmodelle und auch Sicherheitssysteme«, erläutert Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG.

Die Beteiligungsgesellschaft greift Unternehmern, die mit ihrer Geschäftsidee die Gesellschafter überzeugen können, mit einer Frühphasenfinanzierung unter die Arme. Bis zu 500.000 Euro an Startkapital wird den Startups im Rahmen der Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt, um ihnen von der Entwicklung eines »Proof of Concept« bis hin zur Markteinführung zur Seite zu stehen. Neben der finanziellen Hilfe geben die Gesellschafter den Unternehmensgründern auch fachliche Unterstützung. »Gefragt sind Mut, Visionen und Handeln. Aber das war immer schon die Voraussetzung für unternehmerischen Erfolg«,
sagt Olemotz.

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