Fluch und Segen der Anonymität im Darknet: Die verschlüsselte Parallelwelt

Seit dem Amoklauf von München ist das Darknet in aller Munde. Doch ist es tatsächlich ein Hort des Bösen wie manche Medien berichten?

Waffen, Drogen, gestohlene Kreditkartendaten und Kinderpornografie. All diese Dinge, die in der realen Welt ohne entsprechende Connections nur schwer erhältlich sind, lassen sich im sogenannten »Darknet« anscheinend problemlos erwerben. Auch der Amokläufer von München soll sich seine Pistole im dunklen Teil des Internets besorgt haben. Seitdem wird das Darknet in zahlreichen Medien genau unter die Lupe genommen und analysiert. Doch lässt sich das so einfach bewerkstelligen?

Schließlich handelt es sich dabei um ein anonymes Netzwerk, das nicht über gängige Browser wie Chrome oder Firefox zugänglich ist. Um Zugang zu erhalten benötigt der Nutzer einen sogenannten Tor-Browser. Jeglicher über die Software verschickte Datenverkehr wird verschlüsselt über mehrere Stationen geleitet. Bei jeder Zwischenstation über die eine Anfrage geht, wird das Datenpaket mit einem neuen Schlüssel versehen. Da die einzelnen Zwischenstationen nicht den Ursprung der Anfrage kennen, ist es enorm schwierig, sie zurückzuverfolgen. Neben Aktivisten oder Idealisten lockt dieser anonyme Teil des Internets eben auch Kriminelle an.

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