CRN-Exklusiv-Interview mit Computacenter-Chef Reiner Louis: »Das Produktgeschäft bleibt eine tragende Säule für uns«

Im Zeitalter der Cloud sind neue Kompetenzen von Systemhäusern gefragt. Reiner Louis, Sprecher der deutschen Geschäftsführung von Computacenter, spricht im Exklusiv-Interview mit CRN darüber, warum die Cloud das Geschäftsmodell von IT-Dienstleistern nicht überflüssig macht und wie der Verkauf von Produkten lukrativ bleibt.

Reiner Louis, Sprecher der deutschen Geschäftsführung von Computacenter

CRN: Herr Louis, der IT-Markt verändert sich rasant. Wie reagiert Computacenter darauf?

Reiner Louis: Wir haben uns stark den Kundenveränderungen angepasst. Ich würde sagen, Computacenter steht heute zwischen einem klassischen Systemhaus und den großen Outsourcing-Providern. Uns ist es wichtig, drei Themenbereiche zu adressieren. Das ist einmal das Vermarkten von Produkten, das klassische Reseller-Geschäft also. Dann kommen Professional Services wie Technologieberatung, Projektmanagement und Rollouts. Das macht ein Drittel unseres Servicegeschäfts aus. Drittens bieten wir Managed Services wie das Erbringen von Betriebsleistungen.

CRN: Welche Rolle spielt das Produktgeschäft in der Strategie von Computacenter und welche das Servicegeschäft?

Louis: Beides sind tragende Säulen unseres Business-Modells. Für uns ist ganz klar, dass wir nicht aus dem Produktgeschäft raus wollen. Allerdings werden wir dort nicht jedes Jahr zehn Prozent Wachstum schaffen. Im Servicegeschäft ist es dagegen unser Anspruch, pro Jahr um mindestens zehn Prozent zu wachsen. Auf lange Sicht wollen wir die Wertschöpfung aus dem Service erhöhen.

CRN: In der IT-Branche wird immer wieder die Frage diskutiert, ob das Produktgeschäft für Systemhäuser überhaupt noch lukrativ ist. Wie ist das für Computacenter?

Louis: Für uns ist das ein interessantes Business. Es ist nicht hochmargig, aber es lebt davon, dass man zwei Dinge gut beherrscht. Man braucht extrem gutes Prozess-Know-how und man braucht gute Beziehungen zu den Herstellern. Skaleneffekte sind natürlich zusätzlich wichtig, das ist für kleinere Systemhäuser eventuell schwieriger. Wir werden uns im Produktgeschäft künftig eher mehr als weniger engagieren. Nachdem unser Standort in Kerpen in die Jahre gekommen ist, werden wir in den kommenden drei Jahren ein komplett neues Logistikzentrum aufbauen, wahrscheinlich wieder in Kerpen.

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