Komplizierter Merger: Citrix fusioniert Goto-Sparte mit LogMeIn

Nachdem Citrix schon länger plante, seine Goto-Sparte abzuspalten, tut man dies nun und verschmilzt sie mit dem Remote Access-Spezialisten LogMeIn. Das entstehende Unternehmen hat gut zwei Millionen Kunden und einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar.

Citrix-Zentrale in Santa Clara, Kalifornien
(Foto: Citrix - CC BY 3.0)

Citrix hat sich mit LogMeIn darauf verständigt, seine GoTo-Sparte mit dem Remote Access-Spezialisten zu verschmelzen. Die Transaktion hat ein Volumen von 1,8 Milliarden Dollar und soll voraussichtlich im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Damit sie für die Citrix-Aktionäre steuerfrei ist, greifen die beiden Unternehmen zu einer komplizierten Abwicklung, einem sogenannten Reverse Morris Trust-Deal. Dafür gründet der Hersteller ein Spin-off für seine Goto-Produkte – etwas das er ohnehin schon seit dem vergangenen Herbst vorhatte. Dieses soll GetGo heißen und direkt nach Gründung mit einer LogMeIn-Tochter verschmolzen werden. Die Citrix-Aktionäre erhalten 27,6 Millionen LogMeIn-Anteile, sodass sie am neuen Unternehmen 50,1 Prozent halten werden, die LogMeIn-Aktionäre die verbleibenden 49,9 Prozent.

Zur Goto-Sparte von Citrix zählen neben dem bekannten »GoToMeeting« auch »GoToAssist«, »GoToMyPC«, »GoToTraining«, »GoToWebinar«, »Grasshopper« und »OpenVoice«. Zusammen mit den Fernwartungs-, Remote Support- und Remote Access-Lösungen von LogMeIn soll ein ziemlich umfassendes Portfolio für alle entstehen, die sich mit Kollegen, Geschäftspartnern und Kunden verbinden müssen. Als vereintes Unternehmen könne man Innovationen noch schneller vorantreiben, sagte LogMeIn-CEO Bill Wagner, der auch nach dem Merger das Unternehmen führen soll. Als Finanzchef wird ihm weiterhin LogMeIn-CFO Ed Herdiech zur Seite stehen. Wer vom Citrix-Management in die neue Firma wechselt, steht noch nicht fest. Zum Aufsichtsrat steuert Citrix fünf und LogMeIn vier Personen bei.

Das entstehende Unternehmen wird seinen Hauptsitz in Boston haben, wo LogMeIn erst vor kurzem ein neues Büro eröffnet hatte. Durch die Fusionen sollen Synergien entstehen und im ersten Jahr rund 65 Millionen Dollar eingespart werden, ab dem zweiten bis zu 100 Millionen jährlich. Gemeinsam haben LogMeIn und die GoTo-Sparte von Citrix mehr als zwei Millionen Kunden und einen Jahresumsatz von voraussichtlich mehr als einer Milliarde Dollar.

»Da wir bereits an dem Spin-off der Goto-Sparte gearbeitet haben, erwarten wir nun einen reibungslosen Übergang«, sagte Citrix-CEO Kirill Tatarinov. Aus der Perspektive von Citrix erlaube es die Transaktion, sich stärker auf Services für die sichere Auslieferung von Apps und Daten zu konzentrieren.