Boomphase im Online-Handel hält an: Dynamische Preise in Shops gewinnen an Bedeutung

Der deutsche Online- und Versandhandel blickt überwiegend optimistisch in die Zukunft und plant, weiter zu investieren. Während die Nutzung sozialer Netzwerke leicht rückläufig ist, werden schnelle Preisanpassungen wichtiger.

Das Konjunktur- und Geschäftsklima im deutschen Online- und Versandhandel hat sich laut einer aktuellen Studie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) und der Creditreform Boniversum leicht verbessert. 66 Prozent der Händler sind mit den vergangenen zwölf Monaten zufrieden – 14 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. Immerhin 68 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft, was bevh und Boniversum feststellen lässt, dass die Boomphase in der Branche anhält. 65 Prozent der Händler rechnen der Studie zufolge mit steigenden Umsätzen, jedoch sorgt der verschärfte Preiskampf untereinander dafür, dass nur 50 Prozent davon ausgehen, dass auch ihre Gewinne zulegen.

Allerdings ist nicht nur die Zahl der optimistisch gestimmten Händler gewachsen, sondern auch die der pessimistischen, die mit einer negativen Entwicklung der eigenen Geschäfte rechnen. Zudem werden Auftragseingang und Personallage leicht schlechter bewertet als im Vorjahr, dennoch sei die »Lage besser als die Stimmung«, wie die Autoren der Studie anmerken. »Der interaktive Handel bleibt auch weiterhin der Wachstumstreiber im deutschen Einzelhandel und entwickelt sich deutlich überdurchschnittlich – auch wenn die Dynamik etwas verhaltener ist«, urteil Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh.

Dass die Lage so schlecht nicht sein kann, zeigt sich auch an der Investitionsbereitschaft. 92 Prozent der Online- und Versandhändler planen, in den nächsten zwölf Monaten zu investieren – das ist Rekord. Allerdings planen nur 30 Prozent in Kapazitätserweiterungen, was ein Rückgang von zwölf Prozent ist und laut der Studie »als Ausdruck eines latenten konjunkturellen Pessimismus interpretiert« werden kann.

Übersicht