Portal zur Streitschlichtung im Online-Handel: EU-Richtlinie bringt Shop-Besitzer in Abmahngefahr

Diese Woche tritt eine neue EU-Verordnung für den Online-Handel in Kraft. Eigentlich soll sie Streitigkeiten regeln, wird aber vor allem Abmahnungen hervorrufen.

(Foto: Sebastian Duda - Fotolia)

Ab dem 09.01 tritt die EU-Verordnung 524/2013 vom 21.05.2013 in Kraft. Sie soll die Beilegung verbraucherrechtlicher Streitigkeiten im europäischen Online-Handel regeln, bedeutet für Shop-Betreiber und Händler auf Marktplätzen aber in erster Linie mehr Arbeit und erhöhte Abmahngefahr. Händler sind durch die neue Regelung dazu verpflichtet, einen Link auf ihren Seiten zu integrieren, der zur Plattform zur Online-Streitschlichtung führt. Das Problem: die entsprechende Plattform existiert noch nicht, sondern soll erst ab dem 15. Februar online gehen. Trotzdem gewähren die europäischen Politiker dem Online-Handel keinen Aufschub, der Link muss übermorgen auf den Websites der Händler integriert sein, sonst drohen Abmahnungen.

Im Grundgedanken soll die neue Regelung die Interessen der Verbraucher stärken, da im EU weiten Onlinehandel noch erhebliche Defizite existieren. Wie diese Schlichtung über die Plattform aber genau geschehen soll, auch darüber schweigt sich die europäische Politik aus.

Genauere Informationen zur Unterbringung des Links sowie einen Textvorschlag für ihre Internetseiten erhalten Händler auf dem Portal e-recht24.