Managed Services und Cloud: Raus aus der Todeszone

Längst haben Systemhäuser auf überlebte Geschäftsmodelle reagiert und neue Service-Konzepte aufgebaut. Dabei setzen sie auf hoch­effiziente Plattformen oder werden selbst zu Anbietern solcher IT-Management-Systeme.

»Eine Technikerstunde skaliert nicht.« Maximilian Pfister, Niteflite Networxx
(Foto: CRN)

Wendepunkte gab es für den IT-Unternehmer Maximilian Pfister vom Systemhaus Niteflite Networxx aus Pähl am Ammersee viele. So musste der Informatiker 2003 den Niedergang typischer Internetagenturen erleben. Die geplatzten Träume einer damals groß gefeierten und später insolventen Hamburger Kabel New Media trafen mit wenig Verspätung auch kleinere regionale Webagenturen, wie sie Pfister zusammen mit einem Partner aufgezogen hatte. Umorientierung in Richtung Systemhaus war die Folge. Aber eigentlich gehört eine Neuausrichtung in einer so rasant dynamischen Branche wie der IT fast zum Tagesgeschäft von Pfister und vielen anderen Inhabern und Geschäftsführern im IT-Dienstleistungsmarkt. Verändern oder verändert werden? Pfister hat sich bislang stets für erstere Variante entschieden. Wer will schon an einem Geschäftsmodell festhalten, dass früher oder später in einer ökonomischen »Todeszone« landen könnte?

Es gibt sie heute immer noch, die im Handel steckengebliebenen Reseller, die sich mit großem, letztlich aber vergebenem Aufwand gegen ihr Ende stemmen. Stimmt die zeitliche Einordnung der Endlichkeit dieser »Kistenverkäufer«, an der Frank Roebers, Chef der Kooperation ­Synaxon, keinen Zweifel hat, so hat der Todeskampf dieser Reseller vor sechs Jahren eingesetzt und steuert demnächst in seine finale Phase.

Seit geraumer Zeit spüren aber auch jene IT-Häuser Gegenwind, die schon einen Schritt weiter gegangen sind und den Produktverkauf als Türöffner für Dienstleistungen wie Beratung, Installation, Wartung oder Netzwerkbetreuung nutzten. Klassische Modelle mit noch auskömmlichen Margen bei IT-Services sind: Abrechnung nach Aufwand oder im Rahmen fester Kontingente. Solche hardwarenahen IT-Services, eine Domäne lokaler EDV-Dienstleister und Systemhäuser, sind laut Roebers aber jetzt ebenfalls an einem kritischen Punkt angelangt. Die Spirale der Erträge drehe massiv nach unten. Ab 2020, so seine Prognose, setzte hier die aus dem Hardwaregeschäft bekannte Erosion der Gewinne auch bei einfachen IT-Services ein. Bis 2025 werden dann solche IT-Häuser vom Markt gefegt, die nicht rechtzeitig in den Aufbau höherwertiger IT-Dienstleistungen wie Managed- oder Cloud-Services investiert hätten und Kunden neue, attraktive Varianten der Abrechnung wie Miete, Pay-as-Use oder Flatrates anbieten würden.