»Nur noch drei Artikel verfügbar«: Das Spiel mit der Angst vor dem Mangel

Aktuell steht Zalando am öffentlichen Pranger, da der Händler seinen Kunden knappe Lagerbestände vorgegaukelt hat. Die Strategie hat im Einzelhandel Tradition und Methode, Zalando aber ist laut der Wettbewerbszentrale zu weit gegangen.

(Foto: Fotolia / WunderBild)

In der Zalando-Zentrale dürfte man daran gewöhnt sein, dass das eigene Unternehmen prominent in der tagesaktuellen Berichterstattung vertreten ist. Ging es dabei in der Vergangenheit vornehmlich um kontinuierliche Verluste trotz spektakulärer Umsatzsteigerungen, ist der Mode-Etailer seit seinem Börsengang im Herbst letzten Jahres – im Gegensatz zu seiner früheren Mutter Rocket Internet – in ruhigeres Fahrwasser gekommen. Die Aktie hat sich positiv entwickelt, die Prognose für 2015 wurde sogar jüngst angehoben. Jetzt aber sind die Berliner wieder ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit geraten. Der Vorwurf: Zalando hat seinen Kunden begrenzte Mengen seiner Produkte vorgegaukelt, um sie zum Kauf anzutreiben. Zumindest konnte ein Team vom NDR zahlreiche Kleidungsstücke, welche der Etailer mit »drei Artikel verfügbar« auswies, noch fünf oder zehn Mal bestellen. Bei Zalando stritt man den Umstand gar nicht ab, sondern erklärte hierzu lapidar, der Hinweis solle bedeuten, »dass der Lagerbestand zwar gering ist, aber mindestens drei Artikel verfügbar sind«. Die Wettbewerbszentrale sah das Verhalten von Zalando nicht so locker und hat den Händler nun wegen einer klaren Irreführung des Verbrauchers abgemahnt.

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