US-Partner Ciber springt ein: 48 Stunden Bedenkzeit: Hewlett-Packard verlagert Jobs

Von der Sparte Enterprise Services bei Hewlett-Packard in den US sollen Mitarbeiter zum Systemintegrator Ciber wechseln. Wer nicht mitspielt, könnte seinen Job verlieren. Solche Personal-Rochaden sind auch in Deutschland üblich und nicht ohne Risiko für Mitarbeiter.

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Hewlett-Packard hat in den USA Pläne bestätigt, Angestellten seiner Sparte Enterprise Services ein neues Jobangebot gemacht zu haben. Eine »kleine Zahl« von HP-Mitarbeitern soll zum Systemintegrator Ciber, einem großen Partner des Herstellers, wechseln. Unter Berufung auf Insider berichtet CRN USA, dass HP den Betroffenen eine 48-stündige Bedenkzeit eingeräumt haben soll. Wer dem Angebot nicht zustimmt, solle seinen Job verlieren, zitiert CRN. Der Hersteller begründet die Verlagerung der Jobs zum Partner, dass man so künftig der Nachfrage flexibel begegnen könne. Die ausgelagerten Mitarbeiter sollen bei Cibers Kunden Ansprechpartner für von HP erbrachte IT-Services sein. Die Auslagerung von Mitarbeitern der Hewlett-Packard Enterprises Services an Partnerunternehmen sei nicht unüblich, heißt es in dem Bericht.

Der Hersteller indes steht gerade in dieser Sparte unter erheblichem Druck. Hewlett-Packard hatte angekündigt, binnen drei Jahren hier zwei Milliarden US-Dollar einsparen zu wollen. Der Übergang von Mitarbeitern zu Ciber erstaunt, da der Partner selbst eine umfangreiche Restrukturierung in Gang gesetzt hat und rund 280 Stellen und somit vier Prozent seiner Belegschaft gestrichen hat. Cibers Chef Michael Boustridge investiert derzeit viel Geld in Automationsprozesse, die den Bezug von Applikationen in Cloudumgebungen weitgehend ohne viel manuelle Aufgaben ermöglichen.

Dass Hersteller einen Teil ihrer Mitarbeiter oder ganze Organisationen zu Partnern verlagern, ist auch in Deutschland üblich. 2005 und zuletzt 2013 hatte Bechtle von IBM eine große Zahl von Service-Technikern übernommen. Ein strategischer Schritt, man sei »keine Entsorgungsstation von IBM« sagte damals Bechtle-Chef Thomas Olemotz im CRN-Gespräch. Anders dagegen gingen solche Personal-Rochaden damals bei Siemens aus. Die meisten ehemaligen Mitarbeiter der Siemens-Tochter Sinitec hatten nach einem »Anstandsjahr« im Zuge einer Betriebsüberlassung an die A&O-Gruppe ihre Jobs verloren (CRN berichtete) – teilweise durch herbeigeführte Insolvenz.