Ein unbeliebtes Thema als Wettbewerbsvorteil: So können Systemhäuser Datenschutz für sich nutzen

Viele Systemhäuser haben sich erst rudimentär mit den eigenen Datenschutz-Richtlinien auseinandergesetzt, deren Lücken im Schadensfall zulasten des Kunden gehen. Eine Zertifizierung kann für deutliche Wettbewerbsvorteile sorgen.

(Foto: Fotolia / vege)

Die Nachrichtenseiten laufen über mit immer neuen Cyber-Angriffen, Datenverlusten und Aufzählungen, was derlei Vorfälle Unternehmen letztendlich kosten können. Security wurde nicht zuletzt aufgrund dieser Häufung über die Branche hinaus zum Fokusthema. Anbieter, IT-Entscheider und Privatpersonen nehmen sich mittlerweile mit viel Herzblut der Sicherung ihrer Daten an. Dass dabei der Datenschutz sowie eine entsprechende Erklärung integrale Bestandteile dieser Absicherung sein müssen, haben viele Unternehmen hingegen nicht auf dem Schirm. Besonders für Datenverarbeiter wie Systemhäuser zählen spätestens seit der Novellierung des Datenschutzgesetzes im Jahr 2009 mit Paragraph 11 strikte Vorgaben. Allerdings: Es ist in jedem Fall der Auftraggeber, also der Kunde des IT-Dienstleisters, der für aufkommenden Schaden haftet. »Werden personenbezogene Daten im Auftrag durch andere Stellen erhoben, verarbeitet oder genutzt, ist der Auftraggeber für die Einhaltung der Vorschriften dieses Gesetzes und anderer Vorschriften über den Datenschutz verantwortlich«, schreibt der Gesetzgeber vor. Auf den ersten Blick ist diese Regelung für das Systemhaus von Vorteil, kann es doch auch für das Abhandenkommen fremder Daten nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Andererseits muss Dienstleistern klar sein, dass bei einem entsprechenden Fall der Kunde sofort verloren geht, was gerade bei langen Partnerschaften ein herber Schlag sein kann. »Ich kenne kein Systemhaus, das nicht auf langfristige Kunden setzt«, erklärt Thomas Ströbele, Geschäftsführer des Systemhauses und Datenschutzberaters YourIT. Zusätzlich leidet natürlich der Ruf des Systemhauses, was im schlimmsten Fall weitere Geschäftsbeziehungen schädigt.

Ströbele sieht in den gesetzlichen Vorgaben aber auch eine Chance für IT-Dienstleister. »Es hat klare Vorteile für Unternehmen, den Datenschutz richtig anzugehen und Zertifizierungen in diesem Bereich anzustreben«, erklärt Ströbele. Auf diese Weise kann der Kunde auf den ersten Blick erkennen, dass er sich in guten Händen befindet. Zudem handelt es sich um einen immensen Wettbewerbsvorteil, da nur ein Bruchteil der deutschen Systemhäuser heutzutage entsprechende Zertifizierungen vorweisen kann. »Ich kann nur raten: jetzt anfangen«, so der YourIT-Geschäftsführer.

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