Cloud- und On-Premise-Szenarien koexistieren: Collaboration mit Programmen und Geräten nach Wahl

Ansätze aus der Groupware und dem Web 2.0, die Berufstätige bei Kommunikation und Zusammenarbeit unterstützen können, verschmelzen. Die Darreichung der Software aus der Cloud nimmt zu, doch On-Premise-Szenarien bleiben.

(Foto: Fotolia, Robert Kneschke)

Neben Transaktionen, die im operativen Geschäft zentral sind, und Entscheidungen, die auf Datenauswertungen beruhen, unterstützt IT auch die üblichen Büroarbeiten der Berufstätigen. In den 90er Jahren wurde E-Mail zu einer Schlüsselanwendung, um Informationen auszutauschen. Vor zwanzig Jahren begann sich auch sogenannte Groupware auszubreiten, die die Zusammenarbeit von Teams mit Terminkalendern, Raumverwaltungen und speziellen Applikationen unterstützt. Seit der Jahrtausendwende rückten dann auch Blogs, Wikis und soziale Netzwerke ins Gesichtsfeld der Unternehmen. Für die interne Kommunikation gibt es mittlerweile Firmen-Software, die sich an Facebook orientiert, dem größten sozialen Netzwerk der Welt, aber mehr Kontrolle erlaubt. Ferner werden heute mobile Endgeräte verschiedenster Art einbezogen.

Die traditionellen Ansätze zur Unterstützung von Gruppenarbeit wachsen mit den neueren Web-Technologien mehr und mehr zusammen. Die Bereitstellung erfolgt immer öfter im Modell von Software as a Service (SaaS). Das Marktforschungshaus Gartner erwartet für die Darreichung aus der Cloud bis 2018 ein jährliches Umsatzwachstum der Anbieter in Höhe von 15,1 Prozent, während der Collaboration-Gesamtmarkt der Prognose zufolge pro Jahr um 13,4 Prozent zulegen wird. Für 2014 veranschlagen sie ein weltweites Marktvolumen von 1,4 Milliarden Dollar und den Cloud-Anteil daran auf 50,5 Prozent. Auf dem Collaboration-Markt agieren zahlreiche Anbieter. Darunter befinden sich beachtenswerte Neulinge wie Jive, Salesforce oder SAP. Die beiden weitaus größten Software-Hersteller dieses Segments sind wie in den vergangenen Jahrzehnten allerdings Microsoft und IBM.

»Technisch setzen viele Hersteller immer noch nicht ausreichend auf Standards«, bemängelt Peter Schütt, Leader Social Business Strategy and Knowledge Management bei IBM Deutschland, an der Collaboration-Landschaft. Oft werde zwar die Unterstützung zugesagt, aber dann komme es doch wieder zu proprietären Verdrehungen und damit Inkompatibilitäten: »Da gibt es noch Raum für Verbesserungen.« Auf Seiten der Anwender würden viele zu lange an veralteten Werkzeugen und Prozessen festhalten: »Oft wird zu wenig in das Thema Collaboration investiert«, kritisiert der Experte. Lange habe sich freilich nicht viel getan: »E-Mail hat sich seit den 90er Jahren fast nicht verändert.« Inzwischen hätten jedoch die großen Trendthemen Cloud, Analytics, Mobile, Social und Security zu technologischen Veränderungen geführt. Die Adaption in den Unternehmen halte damit leider nicht Schritt.

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