Investment-Firma macht Druck: Citrix soll profitabler werden

Die Investment-Gesellschaft Elliott Management hat in einem Brief an das Top-Management des Software-Herstellers Citrix einen Plan zur Erneuerung des Unternehmens vorgelegt.

Citrix-CEO Mark Templeton
(Foto: Citrix)

Der amerikanische Virtualisierungsspezialist Citrix kommt nicht zur Ruhe. Im April berichtete CRN von Stellenabbau, Manager-Exodus, Gewinnwarnung und Übernahmegerüchten. Nun macht die Investment-Gesellschaft Elliott Management Druck, die an Citrix einen Anteil von 7,1 Prozent hält. In einem offenen Brief listen die Finanzfachleute eine Reihe von Punkten auf und verlangen Gespräche mit dem Top-Management. Citrix reagierte darauf mit einem Routine-Statement: Input von Anteilseignern sei willkommen und werde wie üblich gehandhabt.

Im Einzelnen verlangt Elliott Management, dass die Betriebskosten gesenkt werden. Im Lauf der Jahre hätten sich die Ausgaben erhöht und die Komplexität habe zugenommen. Elliott möchte den Anteil dieser Kosten von derzeit 63 auf 55 Prozent reduzieren, um die finanzielle Performance zu verbessern. Durch schuldenfinanzierte Aktienrückkäufe soll zudem der Börsenkurs verbessert werden. Vertrieb und Marketing gehören nach Meinung von Elliott zum Schlechtesten, was es bei Firmen aus dem Segment von Citrix gibt. Die Kritik betrifft auch das Channel-Management: Der Software-Hersteller habe zu viele kleine Partner, die unverhältnismäßig viele Ressourcen des Unternehmens beanspruchen. Auch werde Geld für Forschung und Entwicklung ausgegeben, ohne eine Vermarktungsperspektive dafür zu haben. Insgesamt sei die Vermarktung sehr ineffizient.

Die Investment-Gesellschaft verlangt ferner, dass die Produktentwicklung überprüft wird. Zwischen den aktuellen Versionen der Flaggschiff-Produkte und den Kundenanforderungen klaffe eine Lücke. Außerdem sei das Portfolio zu groß. Produktlinien, die nur mäßig performen, sollen nach Meinung von Elliott verkauft werden. Die Collaboration-Sparte mit SaaS-Angeboten wie GoToMeeting sei zwar interessant, passe aber nicht so recht zum Unternehmen, ebenso die Netzwerk-Technologie NetScaler.