Zukunftsprognose von Oliver Gürtler, Microsoft: 30 Jahre Windows: Betriebssysteme im Wandel der Zeit

Als Microsoft sein erstes Windows auf den Markt brachte, gab es weltweit nur rund sechs Millionen PCs. Oliver Gürtler zeigt auf, wie gravierend sich die Voraussetzungen seither verändert haben und wie Microsoft auch im Zeitalter der globalen Vernetzung aller Geräte seine Führungsrolle behalten will.

Oliver Gürtler ist Leiter des Geschäftsbereichs Windows bei Microsoft Deutschland
(Foto: Microsoft)

Dieses Jahr ist auch für Microsoft ein echtes Jubiläumsjahr: Microsoft feiert seinen 40. Geburtstag, Bill Gates wird 60 Jahre und vor genau 30 Jahren erschien die allererste Windows Version. Grund genug für einen Blick zurück, vielmehr aber für einen Blick nach vorne: Mit Windows 10 veröffentlichen wir in diesem Sommer eine völlig neue Generation unseres Betriebssystems, bereit für innovative Technologien und Arbeitsweisen der Zukunft. Der Weg dorthin beschreibt auch den Wandel der Anforderungen an eine moderne Plattform. Bei der Entwicklung von Betriebssystemen geht es dabei stets um das Ziel, einerseits eine notwendige Kompatibilität zu bestehenden Devices, Applikationen und Services zur gewährleisten und gleichzeitig die Trends der Zukunft abzubilden.

Mit Windows begann die Ära des Personal Computers

Die Geschichte von Windows begann am 20. November 1985. Vor 30 Jahren gab es weltweit gerade einmal rund sechs Millionen Computer. Es waren Geräte für Fachleute. Mit Windows 1.0 haben wir begonnen, das zu ändern: Das erste Windows wird damals als so genannter grafischer Aufsatz für das Betriebssystem MS-DOS verkauft. Ziel des noch jungen Unternehmens Microsoft mit seinem Chef und Gründer Bill Gates ist es, die Bedienung von Computern einfacher zu machen. Der „Interface Manager“ – wie Windows ursprünglich hieß – bringt neben der Dateiverwaltung eine kleine Textverarbeitung und ein Zeichenprogramm, einen Karteikasten, einen Kalender, eine Uhr und einige Service-Programme auf den Desktop.

Zwischenstopp: Windows 95 bringt den PC ins Wohnzimmer

So richtig ins Wohnzimmer gelangt der PC aber erst mit Windows 95. Windows 95 verändert nicht nur die Nutzung, sondern auch den PC selbst grundlegend: Als eigenständiges Betriebssystem lässt es beispielsweise die gleichzeitige Ausführung mehrerer Programme zu – heute eine Selbstverständlichkeit, damals eine Sensation. Mit Blick auf die vorherigen Versionen revolutioniert das neue Betriebssystem vor allem die Usability: So führte Windows 95 das Startmenü, die Taskleiste sowie Schaltflächen zum „Minimieren“, „Maximieren“ und „Schließen“ ein. Neu waren auch die Plug & Play-Funktionen, die das Installieren von Hardware und Software vereinfachten.

Zur Laufzeit von Windows 95 erschien dann auch Microsofts legendärer Browser Internet Explorer, der den Windows Nutzern erstmalig den Zugang ins noch junge World Wide Web eröffnete. Die dringlichste Aufgabe, die ein Betriebssystem zu erfüllen hatte war somit die Kommunikation: „Mehr als die Hälfte aller neuen Funktionen in Windows 95 drehen sich um Kommunikation, zum Beispiel elektronischer Nachrichtenaustausch (Electronic Mail), Internet-Zugang und die Möglichkeiten, sich dezentral in sein System einzuwählen“, sagte Microsoft-CEO Bill Gates damals. So avanciert Windows 95 zur bis dahin erfolgreichsten Software: Bereits im ersten Jahr verkauft Microsoft rund 40 Millionen Exemplare.

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